ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax startet mit Gewinnen in den Juli

·Lesedauer: 4 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag robust in den Juli gestartet. Der Dax <DE0008469008> legte nach schwankendem Verlauf am Ende um 0,47 Prozent auf 15 603,81 Punkte zu. Dies war zwar deutlich weniger als im früh erreichten Tageshoch, einen kurzzeitigen Fall ins Minus konnte er aber auch wieder wettmachen. Der MDax <DE0008467416> mit den mittelgroßen Börsenwerten stieg zum Schluss um 0,60 Prozent auf 34 254,50 Punkte.

Mit den leichten Kursgewinnen folgte der deutsche Aktienmarkt letztlich der Wall Street, wo der Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> freundlich in den Handel gestartet war. Der Dax machte einen weiteren Schritt in Richtung der bisherigen Rekordmarke von 15 802 Punkten, zu der im frühen Handel nur noch weniger als 100 Punkte gefehlt hatten. Durchwachsene Wirtschaftsdaten aus den USA galten am Tag vor den dort zu veröffentlichenden Arbeitsmarktdaten nicht als Kurstreiber.

"Es bleibt nun spannend zu sehen, ob das zweite Börsenhalbjahr den Schwung aus der ersten Jahreshälfte nutzen kann und der Dax wieder in Richtung des bisherigen Rekordhochs steigen kann. Eine Freifahrt wird diese Kursreise mit Sicherheit nicht, denn es liegen viele Stolpersteine auf dem Weg dorthin", gab sich Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect allerdings skeptisch, was die Perspektive betrifft. Im Bereich über 15 700 Punkten war dem Dax zuletzt stets die Luft ausgegangen.

Die Infineon <DE0006231004>-Aktien gehörten im Dax ganz klar zu den Verlierern, sie waren mit einem Abschlag von 1,9 Prozent das Schlusslicht im Dax. Hier schwappte eher schlechte Stimmung aus den USA über. Symbol einer dort negativen Grundstimmung bei Chipwerten war das Branchenunternehmen Micron, dessen Aktien trotz eines guten Quartalsberichts in New York um mehr als fünf Prozent absackten.

Eine angekündigte Kapitalerhöhung erschreckte derweil die Anleger von Nordex <DE000A0D6554>. Die Aktien brachen um 12,7 Prozent ein, nachdem der Windkraftanlagen-Hersteller bekanntgab, knapp 42,7 Millionen neue Aktien für je 13,70 Euro ausgeben zu wollen. Dies bedeutete einen ordentlichen Rabatt zu den mehr als 20 Euro, die am Vortag noch an der Börse gezahlt wurden.

Die Aktien von LPKF <DE0006450000> gerieten mit einem Minus von 6,5 Prozent unter erheblichen Verkaufsdruck, sie waren damit der größte Verlierer im Nebenwerteindex SDax <DE0009653386>. Analystin Alina Köhler von der Privatbank Hauck & Aufhäuser hält den Zeitpunkt eines größeren Auftrags für "kritisch", um die Marktprognosen für Umsatz und Ergebnis (Ebit) im laufenden Jahr zu erreichen. Sie strich die Aktien von ihrer Top-Favoriten-Liste.

Der bevorstehende Wechsel des Spielers Jadon Sancho ist dagegen wegen einer hohen Ablöse gut angekommen bei den Anlegern von Borussia Dortmund <DE0005493092>, die Aktien rückten um fast drei Prozent vor. Wie der Fußballclub mitteilte, zahlt der englische Fußball-Rekordmeister Manchester United <KYG5784H1065> 85 Millionen Euro für den Angreifer.

Abseits der großen deutschen Indizes quittierten Anleger die endgültigen Studiendaten zum Corona-Impfstoffkandidaten von Curevac <NL0015436031> mit einem erneuten Kursrutsch. Sie brachten gegenüber einem enttäuschenden Zwischenergebnis mit einer nun auf 48 Prozent bezifferten Wirksamkeit kaum Verbesserung. Experten wie auch das Unternehmen glauben aber weiter an eine Zulassung in der EU. Einen frühen Einbruch im Tradegate-Handel um fast ein Fünftel konnten die Anteile zuletzt auf etwa 9 Prozent reduzieren.

Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> als Eurozonen-Barometer gewann 0,4 Prozent an Wert. In Paris und London rückten die Leitindizes Cac 40 <FR0003500008> und FTSE 100 <GB0001383545> deutlicher um 0,7 respektive 1,3 Prozent vor. An der Wall Street bewegte sich der Dow Jones Industrial zum hiesigen Handelsschluss mit 0,3 Prozent im Plus.

Der Euro <EU0009652759> fiel am Donnerstag erst auf ein Dreimonatstief, zeigte sich dann aber wieder davon erholt. Zuletzt wurden 1,1859 Dollar für die Gemeinschaftswährung gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zwischenzeitlich unverändert zum Mittwoch auf 1,1884 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8415 Euro.

Die Umlaufrendite deutscher Bundesanleihen verharrte auf minus 0,28 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> sank leicht um 0,03 Prozent auf 144,71 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> stagnierte zuletzt bei 172,55 Punkten./tih/men

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.