ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax schwächelt trotz Bidens Budget-Plänen

·Lesedauer: 4 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat am Donnerstag nahe seines Rekordes weiter den Schwung vermissen lassen. Üppige Budgetpläne des US-Präsidenten Joe Biden konnten dem Leitindex zwar zwischenzeitlich kurz über die Gewinnschwelle verhelfen, über die Ziellinie ging er aber 0,28 Prozent tiefer bei 15 406,73 Punkten. In der zweiten deutschen Börsenreihe zeigte sich der MDax <DE0008467416> robuster, indem er um 0,70 Prozent auf 33 008,81 Punkte stieg.

"Die Börsen dehnen ihre Hängepartie weiter aus. Es gibt kaum noch Schwung nach oben", kommentierten am Donnerstag die Autoren des "Fuchs"-Börsenbriefs. Sie erwarten zwar einen neuen Anlauf auf den erst am Dienstag aufgestellten Dax-Rekord von 15 568 Punkten, aber auch ein erneutes Scheitern. In der Spitze war der Leitindex dieser Bestmarke am Donnerstag bis auf knapp 80 Zähler näher gerückt.

Der "New York Times" zufolge will Biden am Freitag für das Steuerjahr 2022 einen Entwurf für ein Rekordbudget von sechs Billionen US-Dollar vorlegen, um in Bildung, Gesundheitsversorgung und Infrastruktur des Landes investieren zu können. Daraufhin war der US-Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> am Donnerstag solide in den New Yorker Handel gestartet.

Im Fokus standen am Donnerstag wieder einmal die Aktien von Bayer <DE000BAY0017>. Sie büßten am Dax-Ende gut fünf Prozent ein wegen eines weiteren Rückschlags im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup. Der Richter Vince Chhabria lehnte einen angestrebten Kompromiss zum Umgang mit künftigen Klagen ab. Mit einem Fünf-Punkte-Plan will Konzernchef Werner Baumann die Sache nun endlich in den Griff bekommen, die Anleger überzeugte das aber nicht.

Die Tatsache, dass der ehemalige Mehrheitseigner Kering <FR0000121485> seine Puma-Beteiligung <DE0006969603> weiter reduziert, ließ die am Vortag noch rekordhohen Aktien des Sportartikelherstellers im hinteren MDax-Drittel um 0,6 Prozent sinken. Sie zeigten sich damit sichtlich erholt von einem über weite Strecken noch deutlicheren Minus.

Die großen Gewinner in der Dax-Familie kamen aus der Flugzeugindustrie, angeführt vom MDax-Spitzenreiter Airbus <NL0000235190>. Der Flugzeugbauer präzisierte seine Produktionspläne für eine Zeit nach der Pandemie, bis 2025 geht er von einer Markterholung auf Vorkrisenniveau aus. Dies katapultierte den Aktienkurs um 9 Prozent nach oben. Die Aktien des Triebwerksspezialisten MTU <DE000A0D9PT0> folgten dem im Dax mit einem Plus von 2,4 Prozent.

Die zweitgrößten Gewinne gab es im Dax für Vonovia <DE000A1ML7J1>, hier stiegen die Aktien nach einer Kaufempfehlung durch die Bank of America um 3,2 Prozent. Der Immobilienkonzern hatte zuletzt mit einer Übernahmeofferte für den Branchenkollegen Deutsche Wohnen <DE000A0HN5C6> für Gesprächsstoff gesorgt, die Experten der US-Bank sehen den Deal nun in ihrer Studie positiv.

Allgemein gefragt waren zyklische Aktien zum Beispiel aus dem Auto- oder Bankensektor. Unter den Verlierern befanden sich derweil die vielen Werte, die in der Corona-Krise über viele Monate als Gewinner angesehen wurden. Dies galt zum Beispiel für die Aktien von Hellofresh <DE000A161408> und Shop Apotheke <NL0012044747> mit Abgaben von mehr als drei Prozent im MDax.

Schlusslicht im SDax <DE0009653386> waren die 5,9 Prozent schwächeren Flatexdegiro <DE000FTG1111>-Aktien wegen Gewinnmitnahmen nach ihrem Vortagsrekord. Im Nebenwerte-Index verdauten die Hornbach-Anleger ihre frühe Enttäuschung über den diesjährigen Ausblick des Baumarkt-Mutterkonzerns. Analysten äußerten sich aber recht positiv und dies ermutigte die Anleger zum Zugreifen. Die Aktie drehte deutliche Kursverluste im frühen Handel in ein knappes Plus von 0,1 Prozent.

Auf internationaler Bühne legte der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> um 0,2 Prozent zu. An den anderen europäischen Leitbörsen waren die Vorzeichen mit klaren Gewinnen in Paris aber einen knappen Minus in London gemischt. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial bewegte sich zur Zeit des hiesigen Handelsschlusses aber etwas klarer mit 0,4 Prozent im Plus.

Der Euro <EU0009652759> kostete zuletzt 1,2196 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zwischenzeitlich auf 1,2198 (Mittwoch: 1,2229) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8198 (0,8177) Euro.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,25 Prozent am Vortag auf minus 0,26 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,01 Prozent auf 144,44 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> verlor 0,26 Prozent auf 169,80 Punkte./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.