ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax rettet kleinen Zugewinn aus dem Handel

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach Kursverlusten zum Wochenbeginn hat der Dax am Dienstag ein kleines Plus aus dem Handel gerettet. Allerdings waren die Kurse im Verlauf des Nachmittags im Sog der schwachen Wall Street immer weiter abgebröckelt. Zum Schluss stand für den deutschen Leitindex noch ein Zugewinn von 0,18 Prozent auf 12 123,71 Punkte zu Buche.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab um 0,05 Prozent auf 24 699,97 Punkte nach. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann hingegen 0,49 Prozent auf 2308,12 Zähler.

Die Spannungen wegen des neuerlichen nordkoreanischen Atombomben-Tests hätten etwas nachgelassen, schrieb Analyst David Madden vom Broker CMC Markets. Dazu verliehen gute Stimmungsdaten aus dem chinesischen Dienstleistungssektor den Kursen etwas Rückenwind. China ist ein wichtiger Handelspartner Deutschlands.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,28 Prozent auf 3420,86 Punkte nach. Für die nationalen Indizes in Paris und London ging es ein wenig stärker abwärts. An der Wall Street handelte der Dow Jones Industrials 0,67 Prozent niedriger bei 21 840,64 Punkten.

MERCK DANK VERKAUFSPLÄNEN AN DAX-SPITZE

Im Dax eroberten die Aktien der Merck KGaA mit plus 2,37 Prozent den ersten Platz. Das Pharma- und Spezialchemieunternehmen will sich möglicherweise vom Geschäft mit rezeptfreien Produkten für die Selbstmedikation (Consumer Health) trennen und bereitet derzeit strategische Optionen hierfür vor. Diese umfassten auch eine mögliche vollständige oder teilweise Veräußerung sowie strategische Partnerschaften, so Merck. Analyst Peter Spengler von der DZ Bank schätzte den Unternehmenswert des Segments auf 2,7 Milliarden Euro.

Vordere Plätze im Dax belegten die Automobilaktien. Die Kursgewinne reichten von 0,94 Prozent für Daimler bis zu 1,85 Prozent für VW . Auch die im MDax enthaltenen Papiere der Zulieferer stiegen teils kräftig. Der deutsche Automobilsektor profitiere von "Auto-freundlichen Aussagen von (Kanzlerin) Merkel", schrieb Michael van Dulken von Accendo Markets in einem Marktkommentar. Mit ihrer Haltung zur Entwicklung umweltfreundlicher Auto-Antriebe baue Merkel "Brücken für die Autobranche". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich gegen radikale Brüche bei der Entwicklung zu umweltfreundlicheren Auto-Antrieben gewandt.

HURRIKAN 'IRMA' LASTET AUF RÜCKVERSICHERERN

Papiere der Rückversicherer Munich Re und Hannover Rück gaben um 1,34 beziehungsweise 2,11 Prozent nach. Angesichts des an Stärke zunehmenden Tropensturms "Irma" gerieten sie unter Druck. Der Sturm hat über dem Atlantik weiter an Kraft gewonnen und ist als Hurrikan der höchsten Stufe fünf auf die Karibik zu gezogen.

Im MDax konnte der Spezialchemiekonzern Lanxess die Anleger mit mittelfristigen Finanzzielen nicht überzeugen: Die Aktien verloren 3,57 Prozent. "Die Erwartungshaltung im Vorfeld war zu hoch", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Lanxess will vor allem dank des Zukaufs des US-Konzerns Chemtura in den kommenden Jahren profitabler werden.

BESTÄTIGTE ZIELE STÜTZEN MORPHOSYS

Derweil legten die Titel von Morphosys im TecDax um 2,51 Prozent zu, nachdem das Biotechnologie-Unternehmen die Finanzziele für das laufende Jahr bekräftigt hatte. Der Windkraftanlagenbauer Nordex will 45 Millionen Euro bis 2018 einsparen und dafür 400 bis 500 Stellen abbauen. Das enttäuschte die Börsianer, der Kurs fiel um gut drei Prozent.

Eine neuerliche Abstufung ließ Gerresheimer weiter abrutschen: Die Aktien des Spezialverpackungsherstellers verloren fast zwei Prozent auf den tiefsten Stand seit Februar 2016. Nachdem am Montag das Bankhaus Metzler die Kaufempfehlung gestrichen hatte, zog nun Analyst Falko Friedrichs von der Deutschen Bank nach. Er geht auch im dritten Quartal von schwacher Nachfrage aus und sieht die Jahresziele gefährdet.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,15 Prozent am Vortag auf 0,16 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 141,82 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,47 Prozent auf 165,55 Punkte. Der Euro notierte bei 1,1908 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1890 (Montag: 1,1905) US-Dollar festgesetzt./bek/jha/

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---