ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax mit Verlusten - Jobbericht kein Wegweiser

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der US-Arbeitsmarktbericht hat die Anleger am Freitag im Dunkeln stehen gelassen. Die Daten waren schwierig zu deuten und wurden damit nicht zu einem eindeutigen Kurstreiber für den zuvor schon lahmenden Dax <DE0008469008>. Der Leitindex ging 0,29 Prozent tiefer bei 15 206,13 Punkten aus dem Handel. Auch der MDax <DE0008467416> fiel letztlich um 0,29 Prozent auf 33 410,34 Punkte.

Mit einem Wochenplus von 0,3 Prozent verbuchte der Dax aber einen versöhnlichen Ausklang einer turbulenten Woche, in der er zwischenzeitlich mit 14 818 Punkten ganz nah an sein Mai-Tief abgerutscht war. Das erste Abgleiten unter die 200-Tage-Linie seit fast einem Jahr konnte er im Wochenverlauf schnell wieder abfangen und die Marke von 15 000 Punkten letztlich behaupten. Experten werten dies als positives Zeichen.

Im September waren in den USA 194 000 neue Stellen geschaffen worden - eine auf den ersten Blick enttäuschende Zahl. Allerdings waren die Arbeitslosenquote deutlich gefallen und die Stundenlöhne kräftig gestiegen, was am Markt als Widerspruch gegenüber dem Stellenzuwachs gewertet wurde. "Dieser Arbeitsmarktbericht wird den Notenbankern Kopfzerbrechen bereiten", sagte Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Mit Blick auf ein bald erwartetes Rückführen der Anleihekäufe durch die US-Notenbank Fed ergänzte er: "Die Tapering-Ampel bleibt auf gelb."

Unter den Einzelwerten standen zum Wochenschluss unter anderem Immobilienunternehmen im Blick. Die Aussicht, dass der Wettbewerber Vonovia <DE000A1ML7J1> einsteigen könnte, sorgte bei den Aktien der Adler Group <LU1250154413> für erneute Ausschläge. Zuerst trieb es die Erholung der zuletzt in Turbulenzen geratenen Aktien weiter an, die Anleger blieben aber schreckhaft. Zeitweise ins Minus gedreht, pendelte sich der Kurs am Ende wieder mit 3,9 Prozent in der Gewinnzone ein. Die Adler-Aktie schloss bei exakt 12 Euro.

Vonovia hat das Recht, über die nächsten 18 Monate einen Anteil von 13,3 Prozent an Adler zum Preis von 14 Euro je Aktie zu erwerben. Damit läge der Kaufpreis für die Anteile deutlich über dem aktuellen Aktienkurs. Zur Wochenmitte war der dieser auf ein Rekordtief eingebrochen, nachdem der Shortseller Viceroy schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen erhoben hatte. Adler wies diese später "auf das Schärfste" zurück, sprach von irreführenden und nicht korrekten Aussagen.

Vorne im Dax etablierten sich die Aktien von Daimler <DE0007100000> mit einem Anstieg um 2,6 Prozent. Gute Stimmung verbreitete hier, dass die schweizerische Großbank UBS die Anteile zum Kauf empfahl. Analyst Patrick Hummel rechnet mit einer Erholung der Produktion des Autobauers, die aktuell noch von der Chipkrise betroffen ist. Das könnte 2022 zu einem Rekordjahr für Mercedes-Benz machen.

Die Stimmung im Autosektor wurde damit allgemein besser, unter anderem waren auch die Aktien von Zulieferunternehmen gefragt. Continental <DE0005439004> wurden im Dax mit einem Anstieg um 3,2 Prozent sogar zum Spitzenreiter. Der Reifenhersteller hatte jüngst seine Antriebssparte Vitesco <DE000VTSC017> abgespalten. Nach einem düsteren Börsendebüt erholten sich deren Papiere nun um 7,6 Prozent.

Ein positiver Analystenkommentar verlieh auch den Papieren von Ströer <DE0007493991> größeren Schub. Die Anteilscheine stiegen um 4,6 Prozent und belegten damit den ersten Platz im MDax <DE0008467416>, nachdem sich die britische Investmentbank Barclays positiv zu den Aktien des Spezialisten für Außenwerbung geäußert hatte.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx <EU0009658145> folgte dem Dax noch etwas stärker nach unten, indem er um 0,61 Prozent auf 4073,29 Punkte sank. In Paris verlor der Cac <FR0003500008> 0,6 Prozent, während der Londoner FTSE 100 <GB0001383545> 0,3 Prozent höher aus dem Handel ging. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> bewegte sich zum europäischen Handelsschluss auf Vortagsniveau.

Der Euro <EU0009652759> wurde zuletzt mit 1,1570 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zwischenzeitlich auf 1,1569 (Donnerstag: 1,1562) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8644 (0,8649) Euro.

Am Anleihemarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,28 Prozent am Vortag auf minus 0,25 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> fiel um 0,14 Prozent auf 144,09 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> verlor zuletzt 0,28 Prozent auf 169,16 Punkte./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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