ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Anleger machen wegen starkem Euro weiter Kasse

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Gewinnmitnahmen und ein starker Euro haben den Dax am Donnerstag ins Minus gedrückt. Der deutsche Leitindex ging mit 13 298,36 Punkten aus dem Handel und damit 0,87 Prozent unter seinem Vortagesschluss. Seit seinem Rekordhoch bei 13 596 Punkten am Dienstag hat er nun um 2,19 Prozent nachgegeben. Vor allem der starke Euro hatte jüngst belastet.

Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es am Donnerstag um 1,05 Prozent auf 26 865,32 Punkte nach unten. Der TecDax büßte 0,85 Prozent auf 2634,94 Punkte ein.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,36 Prozent auf 3630,15 Punkte nach. Auch der französische CAC 40 und der britische FTSE 100 gaben moderat nach, während die Wall Street zuletzt im Plus notierte.

EZB-Präsident Mario Draghi vermochte es am Donnerstag mit seinen Äußerungen nach der Sitzung des EZB-Rates nicht, dem Anstieg des Eurokurses Einhalt zu gebieten. Im Gegenteil: Er kletterte sogar über die Marke von 1,25 US-Dollar. "Eine verbale Intervention sieht anders aus", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermägensverwalter QC Partners. Es wirke, als wolle der Markt testen, bei welchem Euro-Kurs die Schmerzgrenze der EZB liege.

Der Kursrutsch nach dem Dax-Rekord überrasche angesichts des hohen Niveaus indes kaum, sagten die Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar. Anleger würden dann schon einmal Kasse machen. Das ändere allerdings nichts am insgesamt intakten, langfristigen Aufwärtstrend. Erst unter dem Bereich um die 12 700 Punkte könnte sich das Bild trüben.

Gute Ergebnisse des US-Fusionspartners Praxair schoben an der Dax-Spitze die Aktien des Industriegase-Konzerns Linde an. Sie gewannen rund zweieinhalb Prozent. Nach einem Rückgang 2016 hatten die Amerikaner im vergangenen Jahr Umsatz und Ergebnis wieder gesteigert.

Im MDax zählten die Anteilscheine von Hella mit einem Plus von 0,88 Prozent auf 57,25 Euro zu den Favoriten. Das Investmenthaus Jefferies hatte die Papiere des Autozulieferers zum Kauf empfohlen. Das Anfang der Woche erreichte Rekordhoch bei 59,10 Euro rückte damit wieder näher.

Schlusslicht im Dax waren die Aktien der Deutschen Post mit einem Minus von fast 3 Prozent. Ein Börsianer nannte die fortdauernden Tarifverhandlungen und die damit verbundenen Unsicherheiten als Hemmschuh.

Osram -Aktien litten unter einer Gewinnwarnung des Branchenkollegen Zumtobel . Die Papiere des Lichtkonzerns sanken um mehr als 3 Prozent. Die Software AG enttäuschte die Anleger mit einem trüben Ausblick auf 2018 und bekam dafür die Quittung mit einem Minus von knapp 9 Prozent.

Aktien des Biotech-Unternehmens Medigene gaben um neuneinhalb Prozent nach. Nach der jüngsten Rally dank Übernahmespekulationen mit einem Plus von mehr als 20 Prozent allein am Vortag machten einige Anleger erst einmal Kasse. Die Papiere des ebenfalls im TecDax notierten Rivalen Evotec knüpften indes mit einem Plus von mehr als 6 Prozent an ihrer jüngste Erholung an.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,38 Prozent am Vortag auf 0,39 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,02 Prozent auf 139,85 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,29 Prozent auf 160,09 Punkte.

Für den Euro mussten Anleger zuletzt 1,2489 US-Dollar bezahlen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2407 (Mittwoch: 1,2352) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8060 (0,8096) Euro./mis/he

--- Von Michael Schilling, dpa-AFX ---