ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Anleger nehmen nach Dax-Rekord Gewinne mit

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX)- Gewinnmitnahmen nach seinem Rekord haben den Dax <DE0008469008> am Dienstag leicht ins Minus gedrückt. Der deutsche Leitindex schloss 0,07 Prozent tiefer bei 15 386,58 Punkten, nachdem er am Morgen noch ein Rekordhoch bei gut 15 538 Punkten erreicht hatte.

"Auch wenn der Deutsche Aktienindex im heutigen Handelsverlauf wieder abbröckelte, das zuvor erreichte neue Allzeithoch ist technisch betrachtet auf jeden Fall ein Fortschritt", kommentierte Jochen Stanzl von CMC Markets. "Der Aufwärtstrend der vergangenen Wochen setzt sich damit fort, die Börsenampel springt zumindest kurzfristig wieder auf grün. Passend zur Saisonalität aber zeigt sich bei dem heutigen Ausbruchsversuch unter den Anlegern auch ein gewisses Zögern und Zurückhaltung."

Besser als der Dax schlug sich bis zum Abend der MDax <DE0008467416> der mittleren Werte, er ging mit einem Aufschlag von 0,49 Prozent auf 32 282,62 Punkte aus dem Handel.

In Europa lastete laut Marktbeobachter Stanzl auch die anhaltende Schwäche des Dollar und der im Gegenzug stärkere Euro auf dem Handel. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> schloss mit minus 0,04 Prozent bei 4005,34 Zählern. Die Börse in Paris verbuchte moderate Verluste, während der Markt in London hauchdünn höher aus dem Handel ging. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> stand zum europäischen Handelsende leicht im Minus.

Am deutschen Aktienmarkt stachen unter den Einzelwerten die Grenke-Aktien <DE000A161N30> mit einem Kurssprung von mehr als 20 Prozent auf knapp 39 Euro hervor. Das war der höchste Stand seit dem Absturz der Papiere Anfang Februar. Auslöser der Rally war ein uneingeschränktes Testat der Wirtschaftsprüfer KPMG für den Jahresabschluss 2020 des Finanzdienstleisters, der unter anderem wegen seiner Bilanzierung im vergangenen Jahr in das Visier von Leerverkäufern geraten war. Das uneingeschränkte Testat sei positiv, der nächste Kurstreiber könnte die Emission einer Anleihe sein, bemerkten die Experten der Commerzbank.

Im Dax sprangen Deutsche Wohnen <DE000A0HN5C6> kurz vor dem Handelsschluss kräftig an und gingen letztlich mit einem Aufschlag von 4,2 Prozent als Dax-Bester über die Ziellinie. Händler verwiesen auf vage Gerüchte über eine mögliche Übernahme durch einen Konkurrenten, die für Kursfantasie gesorgt hätten.

Papiere des Lieferdienstes Delivery Hero <DE000A2E4K43> holten nach zuletzt herben Verlusten wieder auf und gehörten mit einem Plus von knapp zweieinhalb Prozent ebenfalls zu den Index-Favoriten. Zuvor waren sie vom jüngsten Hoch Ende April bei knapp 142 Euro um rund 27 Prozent abgesackt. Schlecht waren bei den Anleger zuletzt die Pläne des Unternehmens für eine Rückkehr auf den deutschen Markt angekommen.

ElringKlinger <DE0007856023>-Papiere <DE0007856023>reagierten am Tag der Hauptversammlung des Automobilzulieferers mit einem Kursgewinn von 3,9 Prozent auf die Bekanntgabe eines Brennstoffzellen-Großauftrags.

Die Papiere des Industrierecyclers Befesa <LU1704650164> gingen hingegen als SDax <DE0009653386>-Schlusslicht mit einem Abschlag von gut 6,2 Prozent aus dem Handel. Sie wurden durch einen Anteilsverkauf des Investors Bestinver Gestion belastet.

RTL-Anteilscheine <LU0061462528> gewannen 3,9 Prozent. Das Medienunternehmen und der französische Mischkonzern Bouygues <FR0000120503> wollen ihre TV-Firmen zusammenlegen. Das kam bei Anlegern gut an, denn Bouygues zahlt RTL rund 640 Millionen Euro für elf Prozent der Anteile am neu entstehenden Unternehmen. Im Fahrwasser von RTL legten ProSiebenSat.1 <DE000PSM7770> um 1,8 Prozent zu.

Am deutschen Anleihemarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,20 Prozent am Vortag auf minus 0,19 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> fiel um 0,04 Prozent auf 143,82 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> verlor zuletzt 0,07 Prozent auf 168,75 Zähler.

Der Euro <EU0009652759> stieg erstmals seit Februar wieder über die Marke von 1,22 US-Dollar und wurde zuletzt mit 1,2206 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zuvor den Referenzkurs auf 1,2222 (Montag: 1,2143) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8182 (0,8235) Euro gekostet./tav/he

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.