ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Kauflaune bei Anlegern lässt nach

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der fulminanten Kursrally zum Wochenauftakt hat die Kauflaune am deutschen Aktienmarkt am Dienstag nachgelassen. Anfangs ging es zwar nochmals um ein Prozent und mehr nach oben, dann aber zogen einige Anleger die Bremse. Am Ende der ersten Handelsstunde lag der Dax <DE0008469008> nur noch knapp mit 0,03 Prozent im Plus bei 11 062,15 Punkten. Er hielt sich damit aber über der 11 000-Punkte-Marke, die er am Vortag erstmals seit Ende April wieder hinter sich gelassen hatte.

Der MDax <DE0008467416> legte am Dienstag um 0,13 Prozent auf 24 118,42 Punkte zu. Der Eurozonen-Index EuroStoxx <EU0009658145> jedoch war knapp ins Minus zurück gefallen: zuletzt verlor er 0,09 Prozent auf 2909,68 Zähler.

Die positivere Grundstimmung an den Märkten hat mehrere Gründe: So wirken die zunehmenden Lockerungen in der Coronavirus-Krise positiv. Zudem kamen zuletzt Aussagen des Chef-US-Währungshüters Jerome Powell an den Märkten gut an, ebenso wie die Hoffnung auf einen möglichen Impfstoffkandidaten gegen das neuartige Coronavirus. Zu guter Letzt hilft auch der wieder steigende Ölpreis.

Durch den Sprung über die 11 000 Punkte versucht der Dax den Ausbruch nach oben aus seiner jüngsten Seitwärtsspanne. Börsianer wiesen jedoch darauf hin, dass angesichts des rasanten Anstiegs schon wieder eine Euphorie spürbar sei, die gewisse Gefahren mit sich bringe. Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners warnte vor Illusionen, "denn es wird lange dauern, bis wir alle Folgen dieser Krise hinter uns lassen."

Die Credit Suisse behält aber ihre allgemein positive Einschätzung für Aktien bei. Sie bauen dabei auf die Powell-Aussage, dass der Fed die Munition auch auf lange Sicht nicht ausgehe. Anlass zur Hoffnung in der Corona-Krise gaben auch positive Meldungen bei der Suche nach einem Impfstoff. Das US-Biotechunternehmen Moderna hatte berichtet, dass sich ihr Wirkstoff in der ersten Testphase als gut verträglich erwies und die Testkandidaten frühe Anzeichen einer Immunantwort zeigten.

Wie schon am Vortag profitierten einige Werte, die stark unter der Viruskrise gelitten haben, auch am Dienstag wieder vom neuen Optimismus der Anleger. Im Dax waren die Papiere der Deutschen Bank <DE0005140008> und des Triebwerkbauers MTU <DE000A0D9PT0> mit Anstiegen von mehr als einem Prozent erneut vorne dabei. Die Titel der Commerzbank <DE000CBK1001> folgten im MDax um mehr als vier Prozent nach oben.

Weiter ging die Kurserholung auch bei Thyssenkrupp <DE0007500001>, die nach ihrem Kurssprung vom Montag mit einem Anstieg um 3,6 Prozent erneut zu den Favoriten im MDax zählten. Der Industriekonzern hatte am Vorabend nach Börsenschluss Pläne bekannt gegeben, wie er sich weiter gesund schrumpfen will. Die geplante Neuausrichtung wurde am Markt positiv gesehen.

Im SDax <DE0009653386> machten Dermapharm und die Hornbach Holding <DE0006083405> positiv von sich reden. Dermapharm-Aktien schnellten um fünf Prozent hoch in neue Rekordhöhen, nachdem das Arzneiunternehmen im ersten Quartal Wachstumsraten vermeldete, die Händlern zufolge die Erwartungen übertrafen. Förderlich für die Stimmung waren auch Aussagen, dass die Corona-Pandemie in einzelnen Therapiegebieten zu verstärkter Nachfrage geführt habe.

Der Baumarktkonzern Hornbach wiederum kündigte an, dass er trotz der Corona-Krise mit einem starken ersten Quartal rechnet. Wie die Konzernmutter am Vorabend nach Börsenschluss mitteilte, wurde die vorübergehende Schließung einiger Filialen in den geöffneten Märkten und dem Onlineshop "mehr und mehr überkompensiert". Die Aktien der Holding rückten um vier Prozent vor.