ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax schafft vierten Rekord in Folge

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Gute Börsenvorgaben aus Übersee haben dem Dax am Mittwoch den vierten Handelstag in Folge einen Rekordstand beschert. Als hilfreich nach der gestrigen Feiertagspause erwies sich auch der weiter schwächelnde Euro , der Exporte in Länder außerhalb des Währungsraums tendenziell verbilligt.

In der ersten Handelsstunde stieg der deutsche Leitindex um 1,21 Prozent auf 13 390,24 Punkte, womit er erstmals in seiner Geschichte die Marke von 13 300 Punkten knackte. Bereits nach dem jüngsten, deutlicheren Ausbruch über die 13 000-Punkte-Marke hatten sich die Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar optimistisch geäußert: "Geht es so weiter wie bei den vergangenen Signalen, dürfen sich Anleger auf eine schöne Jahresendrally freuen."

Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer deutscher Konzerne vertreten sind, zeigte sich am Mittwochmorgen ebenfalls in Rekordlaune und gewann 1,21 Prozent auf 26 973,17 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax legte um 1,26 Prozent auf 2577,00 Zähler zu und hielt sich damit weiter auf dem höchsten Niveau seit dem Jahr 2001. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,66 Prozent auf 3698,22 Punkte bergauf.

In den USA hatten am Dienstag vor allem Kursgewinne in der Technologiebranche für stabile Kurse gesorgt und die Indizes an der Nasdaq auf Rekordstände getrieben. Auch an den Börsen Asiens ging es zuletzt überwiegend nach oben.

Spannend wird es für Investoren am Mittwochabend angesichts der im Zuge des Zinsentscheides der US-Notenbank Fed erwarteten geldpolitischen Aussagen. Dabei sind insbesondere Aussagen zur möglichen Anzahl von Zinserhöhungen im kommenden Jahr von Interesse, die den Kurs des US-Dollar zum Euro bewegen könnten.

Die Aktien der Deutschen Telekom konnten am Vormittag von der insgesamt guten Börsenstimmung nicht profitieren: Sie büßten als Dax-Schlusslicht 2,01 Prozent ein, nachdem das japanische Wirtschaftsblatt "Nikkei" berichtet hatte, dass der japanische Konzern Softbank nicht mehr länger an einer Fusion seiner Mobilfunktochter Sprint mit der rivalisierenden Telekom-Tochter T-Mobile US interessiert sei.

Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge wartet Softbank auf eine Reaktion der Telekom und hofft auf eine für die Japaner vorteilhaftere Eigentümerstruktur. Dieser Schuss könnte einem Händler zufolge aber nach hinten losgehen. Denn die Telekom und ihre Tochter seien in einer starken Verhandlungsposition, so dass sich eine Verzögerung für T-Mobile US sogar vorteilhaft auswirken könnte. Sprint stehe deutlich mehr unter Druck, einen Deal abzuschließen.

Neben Unternehmensnachrichten bewegten auch Analystenkommentare. Bei Dax-Spitzenreiter Infineon stand ein Plus von 3,15 Prozent auf 24,245 Punkte zu Buche, nachdem die Schweizer Bank UBS das Kursziel für die Aktie auf 26 Euro angehoben und ihre Kaufempfehlung bestätigt hatte. Die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) rückten nach einer Kurszielanhebung des Analysehauses Kepler Cheuvreux auf 190 Euro um 2,50 Prozent auf 159,80 Euro vor.

Im MDax gehörten die Anteilsscheine von Airbus mit plus 3,15 Prozent zu den Favoriten. Sie profitierten - wie schon am Vortag im Pariser Handel - von positiv aufgenommenen Quartalszahlen des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns. Für die Titel des Chemikalienhändlers Brenntag ging es um 2,18 Prozent hoch, nachdem das Bankhaus Metzler sie hochgestuft hatte und nun zum Kauf rät.

Die Aktien des Halbleiter-Grundstoff-Spezialisten Siltronic mischten mit einem Anstieg von 3,07 Prozent auf 131,10 Euro im TecDax vorne mit. Ihnen half eine deutliche Kurszielanhebung des Analysehauses Kepler Cheuvreux auf 155 Euro. Beim 3D-Druck-Spezialisten SLM Solutions stand dagegen ein Minus von 1,03 Prozent zu Buche. Hier sahen Börsianer schwache Quartalszahlen des US-Konkurrenten 3D Systems als Belastung. Dessen Aktien waren deshalb nachbörslich um knapp 15 Prozent abgesackt.

Abgeschlagenes Schlusslicht im SDax der geringer kapitalisierten deutschen Unternehmen war am Mittwoch Biotest : Die Titel des Anbieters von Plasmaproteinen und biotherapeutischen Arzneimitteln brachen wegen möglicher Probleme bei der Übernahme durch den chinesischen Investor Creat Group um über 11 Prozent ein.

Die Transaktion stehe vor einer tiefergehenden Prüfung durch das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS), einem ressortübergreifenden Ausschuss der US-Regierung zur Kontrolle von Auslandsinvestitionen in den USA, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. "Das haben Investoren schon befürchtet", kommentierte ein Händler.