ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax nimmt 14 000-Punkte-Marke ins Visier

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag seinen Rekordlauf fortgesetzt. Sowohl Dax <DE0008469008>, MDax und SDax kletterten auf Höchststände. Auftrieb gab vor allem die Ankündigung zusätzlicher Staatsausgaben durch den künftigen US-Präsidenten Joe Biden. Dieser dürfte nun mit weniger politischem Widerstand zu rechnen haben, da nach derzeitigem Stand die Demokraten nun auch die Kontrolle über den US-Senat gewonnen haben - und damit über den kompletten Kongress. Zudem halfen auch starke Auftragseingänge für die deutsche Industrie im November sowie die Zulassung eines zweiten Impfstoffs in der Europäischen Union.

Der deutsche Leitindex gewann im frühen Handel 0,41 Prozent auf 13 948,97 Punkte. Der MDax <DE0008467416> für mittelgroße Werte stieg um 0,23 Prozent auf 31 192,22 Punkte. Der Nebenwerte-Index SDax <DE0009653386> erklomm zum Börsenstart erstmals die Marke von 15 200 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> ging es am Morgen um 0,28 Prozent hoch.

"Die Anleger konzentrieren sich auf das Positive. Das Negative wird ignoriert oder zumindest in der Entscheidungsfindung niedrig gewichtet, denn viele haben zum Jahresbeginn neue Risikobudgets zur Verfügung", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners in Frankfurt. "Und trotz aller Sorgen vor einem möglichen Ende der Rally ist die Angst, die nächsten Kursanstiege zu verpassen, im Moment noch größer."

Für den charttechnischen Analysten Martin Utschneider vom Bankhaus Donner & Reuschel ist die Marke von 15 000 Punkten für den Dax unverändert "ein realistisches Ziel für das Börsenjahr 2021", wie er sagte. Mit einem Sprung über 14 000 Zähler rechnet er bereits im Verlauf dieser Woche.

Unter den Einzelwerten im Dax stachen HeidelbergCement <DE0006047004> und Bayer <DE000BAY0017> positiv heraus und Delivery Hero <DE000A2E4K43> negativ. Die Aktie des Baustoffherstellers HeidelbergCement, die angesichts der politischen Perspektiven in den USA bereits tags zuvor um etwas mehr als 4 Prozent gestiegen war, legte an der Index-Spitze um weitere 4,3 Prozent zu. Die französische Großbank Societe Generale hat mit Blick auf das US-Geschäft des Konzerns eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Die Demokraten in den USA dürften Infrastrukturvorhaben vorantreiben, erwartet Analyst Xavier Marchand. Dabei verwies er darauf, dass rund 20 Prozent des Unternehmenswertes der Heidelberger diesem Bereich zuzuordnen sei.

Bayer stiegen um 2,1 Prozent, denn gemeinsam mit dem Tübinger Unternehmen Curevac <NL0015436031> will der Pharma- und Agrarchemiekonzern die Weiterentwicklung, Produktion und den Vertrieb eines Corona-Impfstoffes vorantreiben. Beide schlossen untereinander einen Kooperations- und Servicevertrag ab. Curevac profitierten deutlich stärker und legten auf der Handelsplattform Tradegate um etwas mehr als 11 Prozent zu.

Dagegen kam es bei den Delivery Hero-Anlegern nicht so gut an, dass sich der Essenslieferanten per Barkapitalerhöhung frisches Geld besorgt hat. Insgesamt waren knapp 9,5 Millionen neue Stammaktien zum Preis von 132 Euro je Aktie an institutionelle Investoren verkauft worden. Die Delivery-Papiere verloren zuletzt 1,8 Prozent auf 135,90 Euro.

Aus der zweiten Reihe standen Knorr-Bremse <DE000KBX1006> mit plus 2,8 Prozent im Blick, die damit auf den höchsten Stand ihrer gut zweijährigen Börsengeschichte kletterten. Eine frisch ausgesprochene Kaufempfehlung der US-Investmentbank Bank of America (BofA) trieb den Kurs. Analyst Alexander Virgo rechnet damit, dass die globale Lkw-Produktion in diesem und im kommenden Jahr um 10 bis 20 Prozent steigt. Ein Rekordhoch erreichte zudem auch das Papier des Chemikalienhändlers Brenntag <DE000A1DAHH0>.

Die Aktie des Windkraft-Anlagenherstellers Nordex <DE000A0D6554> kletterte mit Blick auf die politischen Aussichten in den USA und dank eines weiteren Großauftrags auf ein neues Hoch seit Oktober 2016.