ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax nach Vortagesrekord knapp im Minus

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat am Dienstag einige Punkte auf sein zu Wochenbeginn erreichtes Rekordhoch verloren. Gegen Ende der ersten Handelsstunde gab der deutsche Leitindex um 0,09 Prozent auf 15 776,08 Punkte nach. Am Montag hatte er seine Bestmarke auf 15 806 Punkte nach oben geschraubt, diese bleibt in Sichtweite.

"Der Index befindet sich weiterhin klar im Aufwärtstrend und hat die lange Seitwärtsbewegung am Vortag nach oben verlassen", urteilten am Morgen die Chartexperten der Schweizer Bank UBS angesichts der Tatsache, dass sich der Dax mit seinen Vortagsgewinnen aus einem mehrwöchigen Schlingerkurs im Bereich von 15 300 bis 15 800 Zählern befreien konnte.

Ob der Ausbruch nachhaltig ist, muss sich nun zeigen. Als nächste Anlaufmarke gilt die runde Marke von 16 000 Punkten, bei der Milan Cutkovic vom Broker Axi von einer "psychologischen Schallmauer" spricht. "Es bleibt abzuwarten, ob sich für diese 200 Punkte genug Käufer finden", äußerte er Bedenken. Nach Rekordhochs seien erste Gewinnmitnahmen zuletzt zur Gewohnheit geworden.

Der MDax <DE0008467416> gab am Dienstagvormittag um 0,26 Prozent auf 34 866,20 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> notierte mit 4091,75 Zählern nur ganz knapp im Minus.

Am Dienstag blicken die Anleger nun gespannt über den großen Teich, wo im Tagesverlauf die neuesten Inflationsdaten erwartet werden und große Banken die Berichtssaison einläuten. Angesichts einer nach wie vor wohl hohen Teuerung bei gleichzeitig wachsendem Konjunkturpessimismus sehen die Experten der Landesbank Helaba die US-Notenbank der Fed in einer Zwickmühle. "Vermutlich wird sie auf die Politik der ruhigen Hand setzen, um die wirtschaftliche Erholung nicht unnötig zu gefährden", so ihre Vermutung.

"Die Erwartungen an die Unternehmensergebnisse sind hoch", sehen die Helaba-Experten im Zuge der Berichtssaison nur moderates Überraschungspotenzial. Zunächst berichten in den kommenden Tagen viele US-Banken über das zweite Jahresviertel, am Dienstag sind dies JPMorgan <US46625H1005> und Goldman Sachs <US38141G1040>. Bei den Papieren der Deutschen Bank <DE0005140008> positionierten sich die Anleger eher defensiv, sie bewegten sich nah an ihrem Schlusskurs vom Vortag.

Hierzulande gab es am Morgen Quartalszahlen von Gerresheimer <DE000A0LD6E6>, woraufhin die Aktien des Verpackungsherstellers um sieben Prozent absackten. Das zweite Quartal sei eigentlich in Ordnung, aber hinsichtlich der Gewinnqualität und des freien Mittelzuflusses habe es Mängel gegeben, erklärte JPMorgan-Experte David Adlington. Anleger machten nach dem zuletzt guten Lauf wohl erst einmal Kasse.

Neben Gerresheimer kamen im MDax auch die Aktien von Qiagen <NL0012169213> deutlich unter Druck, sie fielen zuletzt um 3,4 Prozent. Das bisher von der Corona-Pandemie gestützte Diagnostik- und Biotechunternehmen hat infolge eines Rückgang bei Covid-Tests seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr gesenkt. Analyst Scott Bardo von der Privatbank Berenberg zeigte sich davon überrascht, zumal Eckdaten zum zweiten Quartal besser als gedacht gewesen seien.

Im SDax <DE0009653386> ließ eine positive Analystenstimme der Credit Suisse die Aktien von Zooplus <DE0005111702> um 4,2 Prozent nach oben schießen. Sie steuern damit nach einigen Tagen Pause wieder ihren Rekord an. Die Schweizer Bank hat die Bewertung mit "Outperform" aufgenommen und sieht mit einem 368-Euro-Kursziel noch ein Drittel Luft nach oben.

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