ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Anleger greifen munter zu - Japan-BIP hilft

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit besser als befürchteten japanischen Wirtschaftsdaten im Rücken ist der Dax <DE0008469008> am Montag positiv in den Handel gestartet. Er rückte gegen Ende der ersten Handelsstunde um 2,5 Prozent vor auf 10 728,45 Euro vor und knüpfte so an seine Freitagserholung an. Solange der Dax allerdings in seiner jüngsten Spanne der vergangenen Wochen zwischen 10 000 und 11 000 Punkten bleibt, wollen Börsianer noch nicht von einem größeren Befreiungsschlag sprechen, wenngleich sich das Bild aufgehellt habe.

Für den MDax <DE0008467416> mit den dort enthaltenen mittelgroßen Werten ging es im frühen Xetra-Handel um 1,55 Prozent bergauf auf 23 631,19 Punkte. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> als Leitindex der Eurozone stieg um 2,11 Prozent auf 2829,15 Zähler.

Der Stimmung förderlich waren zumindest verhalten positive Signale der japanische Wirtschaft. Japan war zwar wegen der Corona-Krise im ersten Quartal in eine Rezession gerutscht, die Wirtschaft schlug sich aber besser als von Ökonomen gedacht. Als hilfreich angesehen wurden auch derzeit wieder anziehende Ölpreise.

Laut Analyst Christian Schmidt von der Helaba muss "in den kommenden Wochen davon ausgegangen werden, dass sich der Kampf zwischen den Bullen und Bären fortsetzen wird". Aus technischer Sicht sei der Dax noch nicht über den Berg. Die Entwicklung des Goldpreises zeige, dass die Suche nach Sicherheit bei den Investoren noch immer anhält. Das Edelmetall ist mittlerweile so teuer wie letztmals 2012.

Auf Unternehmensseite sorgte am Morgen ein Bericht über T-Mobile US <US8725901040> für Gesprächsstoff. Der japanische Mischkonzern Softbank <JP3436100006> will einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge einen bedeutenden Anteil am gerade fusionierten US-Mobilfunker an die Deutsche Telekom <DE0005557508> verkaufen, die ihren Anteil auf über 50 Prozent erhöhen könnte.

Die Telekom-Aktien hinkten dem Markt als Dax-Schlusslicht mit einem Anstieg 0,4 Prozent hinterher. Sie gelten als defensiv - und rücken so in guten Börsenzeiten in der Gunst bei Investoren häufiger nach unten. Wie durchaus üblich an guten Börsentagen, führten zyklische Industrieaktien umgekehrt den Dax an. Spitzenreiter waren MTU <DE000A0D9PT0> mit einem sechsprozentigen Anstieg. Für die Autobauer BMW <DE0005190003>, Daimler <DE0007100000> und Volkswagen <DE0007664039> ging es um bis zu vier Prozent hoch.

Andere Aktien erholten sich überdurchschnittlich, darunter jene von Thyssenkrupp <DE0007500001>, die ihr Tal kursmäßig seit einigen Tagen verlassen haben. Am Montag rückten sie nochmals um fast sechs Prozent vor. Der kriselnde Industriekonzern erwägt offenbar einen erneuten Versuch, einen Fusionspartner für seine Stahlsparte zu finden. Wie das "Handelsblatt" am Montag unter Berufung auf Kreise berichtet, gibt es bereits Gespräche mit Wettbewerbern aus dem In- und Ausland.

Ein Auge richteten die Anleger noch auf die Aktien von Borussia Dortmund <DE0005493092> (BVB) <DE0005493092> nach dem umstrittenen Restart der Bundesliga vom Wochenende. Sportlich hat der Fußballclub im "Geisterspiel" gegen Schalke mit einem deutlichen Sieg auf sich aufmerksam gemacht. Finanziell können die Anleger nun in Krisenzeiten zumindest noch auf ausstehende Millionen aus den TV-Verträgen hoffen.

Ansonsten standen am Montag einige Nachzügler der Berichtssaison auf der Agenda - mit Quartalszahlen der drei Immobilienwerte Ado Properties, Adler Real Estate <DE0005008007> und Grand City Properties <LU0775917882>. Ado rückten um 4,7 Prozent und Adler um 2,7 Prozent. Die beiden Unternehmen fusionieren gerade. Grand City äußerte sich zwar vorsichtiger für das laufende Jahr, die Aktien legten aber dennoch 1,3 Prozent zu.

Die Aktien des Onlinehändlers für Haustiefbedarf Zooplus <DE0005111702> knickten nach einer Verkaufsempfehlung des Bankhauses Metzler um fast 5 Prozent ein, während die Papiere der Shop Apotheke <NL0012044747> auf ein Rekordhoch sprangen. Letztere haben seit dem Corona-Crashtief im März um rund 150 Prozent zugelegt.