ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Aktienmärkte bleiben unter Druck

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt bleibt die Lage zu Wochenbeginn angespannt. In einem international nervösen Börsen-Umfeld startete der Dax <DE0008469008> schwankend in die neue Woche. Nach einer Handelsstunde pendelte er sich mit 13 566,60 Punkten bei einem Minus von 0,79 Prozent ein. Zeitweise rutschte er mit 13 550 Punkten unter das April-Tief und in Richtung des Niveaus von Anfang März.

Andere Indizes bewegten sich am Montag noch klarer im Minus: Der MDax fiel um 1,25 Prozent auf 28 405,44 Zähler und der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 <EU0009658145> gab um 1,15 Prozent auf 3587,48 Punkte nach. Anleger sorgen sich im Umfeld steigender Zinsen und Kosten derzeit generell um das Wachstum. Als große Unsicherheitsfaktoren bleiben der Ukraine-Krieg und die Auswirkungen der Pandemie-Einschränkungen in China. Von dort kamen am Montag schwache Handelszahlen.

Schwankungen an den Börsen zeugten zuletzt schon von der ungebrochenen Nervosität der Anleger und diese Erkenntnis setzte sich am Montag in Asien mit deutlicheren Kursverlusten zum Beispiel in Japan fort. Auch die Feierlichkeiten zum "Tag des Sieges" über Hitler-Deutschland in Moskau sorgen für Anspannung, zumal die USA und andere G7-Staaten neue Sanktionen gegen Russland verkündet haben. "Wir haben im Moment überall Risiken. Da fällt es schwer, positiv in die Zukunft zu schauen", sagte Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners.

Etwas Hoffnung legen einige Börsianer derweil noch in die laufende Berichtssaison der Unternehmen. Am Montag überraschte Infineon <DE0006231004> mit einem angehobenen Ausblick. Die Aktie des Chipkonzerns konnte davon aber nicht profitieren, nachdem Experten betonten, der Schritt komme nicht unerwartet. Nach einem schwankenden Auftakt verloren sie zuletzt 2,5 Prozent an Wert.

Wechselhaft ging es nach Zahlen auch beim Finanzdienstleister Hypoport zu, hier sanken die im MDax gelisteten Aktien zuletzt um 3,4 Prozent. Aktuell bewegt sich der Kurs damit auf dem niedrigsten Niveau seit dem Ausbruch der Corona-Krise im März 2020. Da half es auch nicht, dass Experte Marius Fuhrberg von Warburg Research von einem starken ersten Quartal sprach. Er sieht in der Kursschwäche eine Kaufgelegenheit.

Enorme Kursverluste von 9,6 Prozent mussten die Aktionäre von SMA Solar hinnehmen. Hier ergriffen die Anleger nach gutem Lauf die Flucht wegen eines skeptischen Analystenkommentars. Analyst Constantin Hesse von Jefferies Research sorgt sich wegen intensiven Wettbewerbs um die Marktanteile des Solartechnik-Herstellers - und stufte die Papiere auf "Underperform" ab. Die Aktie wurde zuletzt als Profiteur der Energiekrise gesehen, dies hatte den Kurs auf ein Hoch seit November getrieben.

Im Rüstungssektor zogen de Hensoldt-Titel am Montag um 4,5 Prozent an. Die US-Bank Morgan Stanley lobte nach wie vor die Rolle als Profiteur westlicher Rüstungsinvestitionen, die Aktie wird außerdem von Experten als Rückkehrer in den SDax gehandelt. Rheinmetall könnte sogar in den Dax aufgenommen werden, hier ging es zu Wochenbeginn aber um 0,7 Prozent bergab. Das Research-Team der Deutschen Bank gab seine bisherige Kaufempfehlung auf.

Auffällig positiv zeigten sich im SDax die 2,6 Prozent höheren Papiere der Shop Apotheke. Hier hält Analyst Alexander Thiel vom Analysehaus Jefferies Neuigkeiten zur Einführung des E-Rezepts für möglich. Er verwies dabei auf ein am Montag anberaumtes Treffen der zuständigen Agentur Gematik mit möglichen Aussagen zum weiteren Fahrplan im zweiten Halbjahr.

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