ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Übersee-Börsen und Exportdaten geben Schwung

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt stehen die Ampeln zu Wochenbeginn auf grün. Nachdem sich der deutsche Leitindex Dax in der vergangenen Woche leicht erholt hatte, setzten sich am Montag die Kursgewinne fort. Unterstützung kam von den Börsen aus Übersee sowie von sehr starken deutschen Außenhandelsdaten.

Im frühen Handel rückte der Dax um 0,45 Prozent auf 12 444,36 Punkte vor. Der MDax gewann 0,40 Prozent auf 24 671,53 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,57 Prozent auf 2232,78 Punkte hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,27 Prozent.

US-JOBDATEN WIRKEN NACH UND G20-GIPFEL STÜTZT

Die im Juni unerwartet starke Zunahme der Beschäftigung in den USA hatte am Freitagabend der Wall Street doch noch leichten Auftrieb gegeben. In Asien setzte sich die positive Stimmung am Montagmorgen fort, was nun auch den Dax und die meisten anderen Börsen Europas stützt.

Als gut für die Stimmung wertete ein Händler zudem den G20-Gipfel in Hamburg: "Das Treffen von US-Präsident Trump mit Wladimir Putin und Chinas Präsident Xi hat mit einem positiven Ton geendet", sagte er. Damit könne die Sorge um Handelsrestriktionen ein wenig aus den Märkten weichen.

Überdies nahm der deutsche Außenhandel überraschend stark an Fahrt auf. Im Mai waren die Exporte im Vormonatsvergleich saisonbereinigt um 1,4 Prozent gestiegen, während Volkswirte nur einen Zuwachs um 0,3 Prozent erwartet hatten.

VW ERNEUT WEGEN DIESELSKANDAL IM FOKUS

Unter den Einzelwerten rückte als eines der schwächsten Papiere VW in den Blick. Die Aktie gab um 0,1 Prozent nach. Das Interesse dreht sich wieder um die Frage, was der frühere VW-Chef Martin Winterkorn wann von den Diesel-Manipulationen wusste. Die Lesart von Volkswagen , dass er erst im September 2015 davon erfahren habe, wird angezweifelt. Laut "Bild am Sonntag" wusste Winterkorn schon zwei Monate früher Bescheid. VW wollte sich dazu nicht äußern und Winterkorn war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Sollte "Bild" Recht behalten, steigen Händlern zufolge die Chancen, dass Investoren ihre Schadenersatzforderungen wegen erlittener Kursverluste gegen VW erfolgreich durchsetzen können.

Die Aktien des Hamburger Hafenbetreibers HHLA sowie der Reederei Hapag-Lloyd zogen wegen einer neuen Milliardenübernahme unter den weltgrößten Container-Reedereien Aufmerksamkeit auf sich. Die chinesische Reederei Cosco will ihre Rivalin Orient Overseas International aus Hongkong für umgerechnet 5,5 Milliarden Euro schlucken. Ein Händler wertete diesen Plan eher positiv für Hapag Lloyd und eher negativ für HHLA: Während die Hapag-Titel 4,5 Prozent gewannen, stiegen die von HHLA um 0,5 Prozent. "Mehr Konzentration unter den Container-Reedereien dürfte helfen, dass sich die Frachtraten wieder erholen, dürfte aber zugleich die Häfen belasten", sagte der Händler.

EON UND BRENNTAG NACH HSBC -STUDIEN GEFRAGT

Analystenurteile der britischen Bank HSBC gaben den Aktien von Eon und Brenntag spürbar Auftrieb. Eon-Papiere waren mit plus 2,1 Prozent Spitzenreiter im Dax, Brenntag mit plus 2,1 Prozent Spitzenreiter im Index der mittelgroßen Unternehmen. Die Erstattung der Atomsteuer bringe dem Versorger Eon zusätzlichen Spielraum, schrieb Analyst Adam Dickens und hob seine Bewertung gleich um zwei Stufen von "Reduce" auf "Buy" an. Nach dem jüngsten Kursrückschlag sieht er nun gute Einstiegschancen. Die Papiere des Rivalen RWE stiegen um Schlepptau um 1,4 Prozent.

HSBC-Analyst Rajesh Kumar hob unterdessen seine Umsatzerwartungen für den Chemikalienhändler Brenntag für 2018 an und begründete dies mit einer besseren Preis- und Volumenentwicklung. Die Papiere des MDax-Unternehmens stufte er zugleich von "Hold" auf "Buy" hoch.

Im SDax wurde am Morgen darüber hinaus der Aktiensplit des Leasing-Spezialisten Grenke wirksam. Die Aktionäre erhielten für eine Aktie zwei zusätzliche. Entsprechend drittelt sich der Kurs.