ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Versöhnlicher Schluss einer durchwachsenen Woche

PARIS/LONDON (dpa-AFX) -Nach den deutlichen Vortagesverlusten sind Europas wichtigste Aktienmärkte mit soliden Gewinnen ins Wochenende gegangen. Der EuroStoxx 50 EU0009658145 schloss mit einem Plus von 0,63 Prozent bei 4119,90 Punkten. Daraus resultierte ein Wochenverlust von rund 0,7 Prozent. Der französische Cac 40 FR0003500008 gewann am Freitag 0,63 Prozent auf 6995,99 Punkte. Der britische FTSE 100 GB0001383545 stieg um 0,30 Prozent auf 7770,59 Zähler.

"Die Kühnheit der letzten Handelstage ist einer abwartenden Haltung gewichen", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow. "Es ist nur schwer abzuschätzen, ob die Rezessionsszenarien für Europa und den USA komplett ad acta gelegt werden können." Kommende Woche könnte sich herausstellen, ob die konjunkturellen Stabilisierungstendenzen anhalten. "Die zahlreichen anstehenden Frühindikatoren dürften zeigen, wie hoch die Rezessionswahrscheinlichkeit in Europa und den USA wirklich ist", bemerkte Marktstratege Robert Greil von Merck Finck.

Die Kursausschläge hielten sich insgesamt in Grenzen. Zu den Ausreißern gehörte die Aktie von Ericsson SE0000108656. Der schwedische Netzwerkausrüster hatte seinen Erlös im vierten Quartal dank eines Lizenzdeals mit Apple US0378331005 zwar stabil gehalten. Vom Umsatz blieb aber trotzdem deutlich weniger als operativer Gewinn (Ebita) übrig als noch im Vorjahr. Die Aktien sackten um 4,7 Prozent ab. Dies färbte auch auf die Papiere des finnischen Konkurrenten Nokia FI0009000681 ab, die als schwächster Wert im EuroStoxx 50 um 3,7 Prozent nachgaben.

Die Titel von Intesa Sanpaolo IT0000072618 büßten 1,9 Prozent ein. Die italienische Bank reduziert laut Kreisen nach einem Tadel der Europäischen Zentralbank (EZB) ihre Risikopositionen. Vor allem durch den Verkauf von Kreditpaketen und anderen Vermögenswerten wolle das Geldhaus die eigene Bilanz um bis zu 20 Milliarden Euro an risikogewichteten Vermögenswerten entlasten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Die Anteilsscheine des Finanzinstituts Close Brothers brachen um mehr als 10 Prozent ein. Zusätzliche Rückstellungen für den Kreditbestand eines Geschäftsbereichs kamen am Markt schlecht an. Den europäischen Bankensektor insgesamt tangierte dies aber nicht. Hier dominierten klare Gewinne.