ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Verluste - Börse in Madrid nach Wahl schwach

dpa-AFX

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Vorweihnachtliche Ruhe hat am Freitag keineswegs an allen Aktienmärkten Europas geherrscht. Während die Händler in Großbritannien schon gegen 13.30 Uhr ihre Bücher zuklappten, ging es an der spanischen Börse nach den vorgezogenen Neuwahlen in Katalonien nochmals richtig zur Sache. Nach einem überraschend klaren Sieg der Separatisten gaben die Aktienkurse in Spanien spürbar nach. Vor allem Bankenwerte zeigten sich schwach.

Das wirkte sich auch auf den EuroStoxx 50 aus, der letztlich mit einem Abschlag von 0,49 Prozent auf 3553,39 Punkten in die Festtage ging und auf Wochensicht 0,2 Prozent verlor.

Der Ibex 35 büßte in Madrid 1,19 Prozent ein, und in Paris verlor der CAC-40-Index 0,39 Prozent auf 5364,72 Punkte. Der britische FTSE 100 hatte den verkürzten Handelstag letztlich mit minus 0,15 Prozent auf 7592,66 Zähler beendet, nachdem er am Vortag auf ein neues Rekordhoch bei knapp unter 7610 Punkten geklettert war.

Mit dem Wahlergebnis in der Region Katalonien hat sich die Hoffnung der spanischen Regierung zerschlagen, den Separatisten den Wind aus den Segeln zu nehmen, wie Hans-Peter Kuhlmann von der Landesbank Baden-Württemberg schrieb: "Die politische Unsicherheit in Spanien dürfte wieder deutlich ansteigen."

Das wurde bereits beim Blick auf die Branchen deutlich, wo der Sektor der Bankenwerte mit minus 0,63 Prozent am stärksten nachgab. Im EuroStoxx waren die Aktien von Banco Santander Schlusslicht mit einem Minus von 2,15 Prozent und die von BBVA büßten 1,47 Prozent ein.

Auch generell versammelten sich spanische Aktien am Ende des Leitindex der Eurozone: Telefonica verloren 1,29 Prozent, Inditex 1,05 Prozent und Iberdrola 1,00 Prozent.

Unternehmensseitig rückten die Anteile des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé in den Blick, die letztlich um moderate 0,12 Prozent stiegen. Der Verkauf des US-Süßwarengeschäfts kommt voran. Laut einer Firmensprecherin soll der Milliarden-Deal bis spätestens Ende März in trockenen Tüchern sein. Laut "New York Post" befindet sich nun der italienische Ferrero-Konzern in der besten Position als Käufer. Der Nutella-Konzern soll wohl bis zu 2 Milliarden US-Dollar zu zahlen bereit sein.

Der Pharmakonzern Roche baut sein Onkologieportfolio aus und kauft dazu das auf Krebs-Therapien (Rx) spezialisierte US-Unternehmen Ignyta, wie laut einer einstimmig genehmigten Übernahmevereinbarung beider Unternehmen mitgeteilt wurde. Die Roche-Aktien gaben um 0,20 Prozent nach.

Um 0,76 Prozent sanken in Dublin die Aktien von Ryanair . Trotz eines ersten Warnstreiks der Piloten beim irischen Billigflieger verlief der Flugbetrieb in Frankfurt und Berlin Schönefeld in einigermaßen geregelten Bahnen. Flugausfälle gab es nicht.