ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Nochmals tiefer - Omikron- und Wirtschaftssorgen

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PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Der Abwärtsdruck an Europas Börsen hat sich am Montag verstärkt. "Die Jahresendrally an den Aktienmärkten scheint endgültig abgeblasen", kommentierten die Experten von Index-Radar die Kursentwicklungen. Die Ausbreitung der Omikron-Variante und womöglich weitere Lockdowns in Europa trübten die Stimmung der Anleger zu Beginn der Weihnachtswoche nochmals ein.

So rutschte der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> zeitweise unter die viel beachtete 200-Tage-Durchschnittslinie für den längerfristigen Trend. Er schloss mit minus 1,30 Prozent auf 4107,13 Punkte nur knapp darüber. Der französische Cac 40 <FR0003500008> verlor 0,82 Prozent auf 6870,10 Zähler, der britische FTSE 100 <GB0001383545> gab um 0,99 Prozent auf 7198,03 Zähler nach.

Die schnelle Ausbreitung der Virus-Variante Omikron lasse zunehmend Sorgen vor einem erneuten Stillstand in weiten Teilen der Wirtschaft aufkommen und könnte die Wachstums- und Gewinnschätzungen für das kommende Jahr sinken lassen, hieß es bei Index-Radar weiter. Zudem seien die wichtigsten Notenbanken in der vergangenen Woche auf einen strafferen geldpolitischen Kurs eingeschwenkt. Weil außerdem US-Präsident Joe Biden mit seinen Sozial- und Klimaplänen zu scheitern droht, senkte die US-Großbank Goldman Sachs nun bereits ihre Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft.

Aus Branchensicht gab es am Montag in Europa nur Verlierer. Am schlimmsten erwischte es den Automobilsektor <EU0009658681> mit minus zweieinhalb Prozent, belastet von Konjunktursorgen. Stellantis <NL00150001Q9> waren das Schlusslicht im EuroStoxx, die Papiere verloren in Paris 4,1 Prozent.

Der Index der eigentlich als krisenfest geltenden Gesundheitsbranche <EU0009658723> sank um 1,9 Prozent - ihn zogen die deutlichen Kursverluste von Novo Nordisk <DK0060534915> nach unten. Die Aktien des Insulinherstellers brachen wegen Lieferschwierigkeiten beim Hoffnungsträger Wegovy um fast zwölf Prozent ein, nachdem sie am Freitag noch ein Rekordhoch erreicht hatten. Wegen Problemen bei einem Zulieferer können die Dänen eigenen Angaben zufolge voraussichtlich die Nachfrage nach dem wichtigen Medikament zur Gewichtsreduktion im ersten Halbjahr 2022 nicht decken. Die Analysten der US-Banken JPMorgan und Citigroup sowie der Deutschen Bank strichen daraufhin ihre Kaufempfehlungen für die Titel.

Die Anteilseigner des Pharmakonzerns Novartis <CH0012005267> mussten nach einem Forschungsrückschlag einen Kursverlust von eineinhalb Prozent hinnehmen. Das Mittel Ligelizumab erwies sich in Phase-III-Studien zur Behandlung von Nesselsucht gegenüber der aktuellen Standardtherapie aus dem eigenen Haus nicht als überlegen, was Analysten als Enttäuschung werteten.

Trüb war auch die Stimmung der Anleger im Bereich Erneuerbare Energien. Börsianer verbanden Kursverluste von mehr als zwei Prozent beim Windkraft-Spezialisten Vestas <DK0010268606> sowie von fast zwei Prozent bei Siemens Gamesa <ES0143416115> mit Sorgen, in den USA könnten die geplanten Maßnahmen gegen den Klimawandel scheitern.

BNP Paribas <FR0000131104> zählten mit einem Kursplus von einem knappen halben Prozent zu den wenigen Gewinnern im EuroStoxx. Die französische Bank verkauft ihre kalifornische Tochter Bank of the West an die Bank of Montreal (BMO) <CA0636711016> aus Kanada. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte bereits vergangene Woche von einem Interesse der BMO an der Bank of the West berichtet.

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