ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Lustlos ins Wochenende - Konjunktur bewegt nicht

dpa-AFX

PARIS/LONDON/MADRID (dpa-AFX) - Kaum bewegt haben sich die europäischen Börsen ins Wochenende verabschiedet. Auch Konjunkturdaten aus den USA konnten die Kurse am Freitag nicht mehr in Schwung bringen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 , der zur Wochenmitte auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren gestiegen war, schloss 0,03 Prozent höher auf 3689,96 Punkte. Damit stand im Verlauf dieser Woche für den Index ein Plus von 1,04 Prozent zu Buche.

Auf einen eher enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht im Oktober folgten am Nachmittag gute Auftragseingänge der US-Industrie im September sowie eine überraschend positive Stimmungslage im US-Dienstleistungssektor im Oktober. "Die Umfrage im Dienstleistungssektor hat den schwachen Arbeitsmarktreport ausgeglichen", schrieb David Madden, Analyst von CMC Markets.

Ob die Rally weitergeht, dürfte auch von der Saison der Quartalsberichte abhängen, die in der kommenden Wochen ihren Höhepunkt erreicht. Insgesamt lief es bei Europas Unternehmen im vergangenen Quartal einigermaßen rund. Bislang haben rund zwei Drittel der im Stoxx-600 erfassten Unternehmen ihre Quartalszahlen auf den Tisch gelegt - davon haben 55 Prozent die Erwartungen der Analysten übertroffen. Seit September hat das Börsenbarometer Stoxx-600 um über 5 Prozent zugelegt.

Der französische CAC 40 schloss am Freitag 0,14 Prozent höher bei 5517,97 Punkten. Für den Madrider Ibex 35 ging es um deutlichere 0,96 Prozent auf 10 357,80 Punkte bergab. Der Londoner FTSE 100 gab um 0,07 Prozent auf 7560,35 Zähler nach.

Auf dem Branchentableau rangierten die Lebensmittelhersteller ganz oben mit einem Plus von 1,18 Prozent. Das Schlusslicht waren die Banken mit einem Abschlag von 0,85 Prozent. Bankaktien reagierten europaweit negativ auf die US-Arbeitsmarktdaten, vor allem auf den schwachen Anstieg der Löhne und Gehälter. Die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung im Dezember durch die Fed seien am Markt angesichts des ausgebliebenen Lohnanstiegs reduziert worden, schrieb Analyst Patrick Boldt von der Landesbank Helaba.

Dies wiederum ist eine schlechte Nachricht auch für europäische Banken, deren Ertragskraft unter den aktuell niedrigen Zinsen leidet. Höhere Zinsen in den USA könnten, so die Hoffnung der Anleger, früher oder später auch diesseits des Atlantiks positiv durchschlagen.

Bei den Einzelwerten stiegen Aktien von Renault um fast 4 Prozent, nachdem der französische Staat seinen Anteil am französischen Autobauer reduziert und dafür einen Milliardenbetrag eingestrichen. Die Regierung verkaufte 14 Millionen Aktien für 1,2 Milliarden Euro. Der Schritt wurde mit Erleichterung aufgenommen. Renault-Chef Carlos Ghosn und der französische Staat hatten sich wegen der Einflussnahme der Regierung bei ihrem Anteilsausbau öffentlich monatelang gestritten. Analysten sagten, der Anteilsverkauf werde die Spannungen nun reduzieren.

Papiere der Societe Generale wurden von schwachen Quartalszahlen belastet und büßten mehr als 4 Prozent ein. Ein maues Geschäft an den Kapitalmärkten und abermals hohe Kosten für Rechtsstreitigkeiten haben die französische Bank im dritten Quartal belastet.