ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Kurse fallen vor EZB-Sitzung

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen haben zur Wochenmitte erneut nachgegeben. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> als Börsenbarometer für die Leitindex sank am Mittwoch um 0,51 Prozent auf 3769,79 Punkte. Gegenwind gab es von der Konjunktur: Das französische Geschäftsklima hatte sich im Januar stärker eingetrübt als Volkswirte erwartet hatten. Die Stimmung in den Unternehmen der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone fiel auf den tiefsten Stand seit fast einem Jahr.

Zudem könnten Investoren mit Blick auf die in Kürze in Fahrt kommende Saison der Quartalsberichte das Pulver noch trocken halten. Auch tritt am Donnerstag erstmals im neuen Jahr der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen. "Die Erwartung, dass die EZB ihr Programm der lockeren Geldpolitik aufrechterhalten wird, sind weitgehend in die Kurse eingepreist", sagte Shamik Dhar, Chefökonom bei BNY Mellon Investment.

Auch an den Landesbörsen standen die Signale auf rot: In Paris verlor der Cac 40 <FR0003500008> 0,58 Prozent auf 6010,98 Punkte. In London gab der FTSE 100 <GB0001383545> um 0,51 Prozent auf 7571,92 Zähler nach.

Dass selbst ordentlich Zahlen die Anleger nicht immer zufrieden stellen, zeigte sich bei ASML <NL0010273215>. Die Aktie verlor trotz anhaltenden Wachstums des Halbleiterausrüsters 0,4 Prozent. Analyst Sandeep Deshpande von JPMorgan merkte an, dass die Investoren sich auf kurze Sicht wahrscheinlich einen noch dynamischeren Geschäftsverlauf erhofft hätten. Die Auftragseingänge seien zudem etwas schwächer als erwartet ausgefallen.

Auch der Gewinneinbruch bei Daimler <DE0007100000> unterstrich, dass die fundamentale Lage mancher Unternehmen nicht so gut ist, wie es die Rekordjagd einiger Indizes suggeriert. Mit einem Abschlag von einem Prozent war daraufhin der europäische Autosektor das Schlusslicht unter den Sektoren.

Am Boden blieben aber nicht nur manche Kurse, sondern auch weiterhin der Krisenjet 737 Max von Boeing <US0970231058>. Zumindest bis zum Sommer dieses Jahres gibt es wohl keine Startgenehmigung, wie der US-Flugzeugbauer mitteilte. Am Markt galt hier offenbar das Motto "des einen Leid ist des andern Freud": Die Aktien des Konkurrenten Airbus <NL0000235190> legten um 1,2 Prozent zu und markierten ein weiteres Rekordhoch.