ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Greifbare Brexit-Einigung gibt positive Impulse

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PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Eine offenbar in greifbare Nähe gerückte Einigung zwischen der Europäischen Union und Großbritannien auf einen Brexit-Handelspakt hat den europäischen Börsen am Mittwoch gegen Handelsende noch einmal kräftig Auftrieb gegeben. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> schloss mit plus 1,19 Prozent auf 3539,26 Punkte nur wenige Zähler unter seinem kurz vor Handelsschluss erreichten Tageshoch.

Der britische FTSE 100 <GB0001383545> reagierte ungeachtet des anziehenden britischen Pfunds ebenfalls positiv auf die jüngsten Meldungen zum Brexit und beendete den Tag mit plus 0,66 Prozent auf 6495,75 Zähler. Für den französischen Cac 40 <FR0003500008> ging es um 1,11 Prozent auf 5527,59 Punkte hoch. Am Donnerstag sind in Europa einige Börsen geöffnet, es findet aber ein verkürzter Handel statt.

"Wir sind jetzt in der Endphase", sagte ein EU-Vertreter am Nachmittag zu den Verhandlungen um den Brexit. Aus mehreren anderen Quellen hieß es, der lange sehr schwierige Punkt der fairen Wettbewerbsbedingungen sei nun geklärt und beim zweiten Knackpunkt Fischerei sei man sich sehr nahe. Es sei "möglich, aber alles andere als sicher", dass noch am Mittwoch ein Abkommen mit der EU vereinbart werde, hieß es aus britischen Regierungskreisen. Gelingt eine Einigung, könnte ein harter wirtschaftlicher Bruch beider Seiten zum Jahresende im letzten Augenblick vermieden werden.

Im europäischen Branchenvergleich hatten einen Tag vor Heiligabend die Aktien von Luftfahrtunternehmen und Reiseveranstaltern die Nase vorn: Deren Subindex <CH0019112744> im marktbreiten Stoxx Europe 600 <EU0009658202> legte um gut vier Prozent zu. Airbus <NL0000235190> waren mit einem Aufschlag von mehr als viereinhalb Prozent an der EuroStoxx-Spitze.

Der Sektor insgesamt profitierte am Mittwoch von der Nachricht, dass nach 48 Stunden Grenzschließung Lastwagen wieder von Großbritannien nach Frankreich übersetzen dürfen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Fahrer einen negativen Corona-Test vorlegen können. Eine vor allem in Großbritannien sich rasant verbreitende neue und womöglich ansteckendere Variante des Coronavirus sorgt seit dem Wochenende für Unruhe.

Der als eher defensiv eingestufte Sektor der Pharma- und Medizintechnikunternehmen <EU0009658723> war in der Stoxx-600-Branchenübersicht der einziger Verlierer mit minus 0,4 Prozent. Im EuroStoxx waren Sanofi <FR0000120578> mit minus 0,82 Prozent fast ganz hinten. In London setzten Astrazeneca <GB0009895292> ihren jüngsten Abwärtstrend fort mit einem Minus von nahezu eineinhalb Prozent fort.