ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinne nach US-Jobdaten und Corona-Pille

·Lesedauer: 3 Min.

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die europäischen Börsen haben am Freitag die Gewinne nach robusten US-Arbeitsmarktdaten ausgebaut. Sie legten im Sog eines anhaltenden Rekordlaufs an den US-Börsen zu. Als Gründe galten ein solider US-Arbeitsmarktbericht und die Aussicht, dass der Pharmakonzern Pfizer <US7170811035> im Kampf gegen Corona eine wirksame Pille ins Rennen schickt.

Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> ging 0,69 Prozent höher bei 4363,04 Punkten über die Ziellinie und festigte den höchsten Stand seit 2008, auf dem er sich schon länger bewegt. Die Woche beendete der Eurozonen-Leitindex mit einem kräftigen Zugewinn von 2,6 Prozent.

An den großen Länderbörsen ging es ebenfalls nach oben. Der französische Cac-40-Index <FR0003500008> setzte seine jüngste Rekordjagd fort mit einem Anstieg um 0,76 Prozent auf 7040,79 Punkte. Er schaffte es erstmals über die 7000-Punkte-Marke. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> rückte um 0,33 Prozent auf 7303,96 Punkte vor.

In den USA war die Beschäftigung im Oktober kräftig gestiegen, während die Arbeitslosigkeit weiter zurückging. Analysten hoben jedoch den hohen Lohnauftrieb hervor, der die ohnehin anziehende Inflation zusätzlich antreiben und die US-Notenbank Fed zu Zinsanhebungen zwingen könnte. Aktienanleger wurden davon aber am Freitag nicht entmutigt, munter zuzugreifen.

Die Nachricht, dass eine Corona-Pille von Pfizer die Gefahr einer notwendigen Krankenhauseinweisung oder eines Todes um 89 Prozent reduzieren soll, half dem Aktienmarkt auf seinem Höhenflug. Leiden mussten darunter die in der Pandemie erfolgsverwöhnten Anleger diverser Konzerne, die von speziellen Corona-Bedarfen profitiert hatten. Die Gesundheitsbranche war mit einem Abschlag von 1,8 Prozent das Schlusslicht in der Branchenwertung.

Am Morgen noch klar im Plus, waren auch Roche <CH0012032048> mit 1,6 Prozent ins Minus gerutscht. Da half es auch nicht mehr, dass die japanische Tochter Chugai von der lokalen Gesundheitsbehörde für den Corona-Cocktail Ronapreve die Zulassung zu einer weiteren Indikation erhalten hat. Das Mittel kann nun als Prophylaxe vor einer möglichen Ansteckung und für die Behandlung von asymptomatischen Corona-Patienten eingesetzt werden.

Klare Kursgewinne gab es im Zuge der Pfizer-Nachrichten für Aktien aus der Reise- und Luftfahrtindustrie. Dies galt zum Beispiel für den Reisekonzern Tui <DE000TUAG000> mit einem Anstieg um 6,3 Prozent, den britischen Kreuzfahrtanbieter Carnival mit einem Satz nach oben um 9,4 Prozent oder die Fluggesellschaft Air France-KLM <FR0000031122> mit einem Plus von 4,6 Prozent. Der Flugzeugbauer Airbus <NL0000235190> und seine Zulieferer wie Safran <FR0000073272> wurden ebenfalls beflügelt. Diese beiden Aktien waren mit Anstiegen um 4,5 respektive 5,0 Prozent die Spitzenreiter im EuroStoxx.

Die Papiere der britisch-spanischen Fluggesellschafts-Holding IAG <ES0177542018> drehten im Zuge dessen auch deutlich mit 5,4 Prozent ins Plus. Am Morgen waren sie noch belastet worden von der Tatsache, dass das Management für das Gesamtjahr jetzt mit einem operativen Verlust von etwa drei Milliarden Euro rechnet.

Die Zahlen von Amadeus IT <ES0109067019> hatten der Aktie zuerst auch nicht nach oben verholfen. Der Buchungssystem-Anbieter profitierte dann aber mit dem ganzen Reisesektor von der Pfizer-Rally. Am Ende legten die Papiere in Madrid um 4,7 Prozent zu. Der Reise- und Freizeitbranchen-Index wurde letztlich mit einem Anstieg um 1,4 Prozent zum Klassenbesten in Europa.

Unbewegt von den Pfizer-Nachrichten waren die Aktien von Axa <FR0000120628>, die zeitweise Gewinne aber nicht ins Ziel retten konnten. Am Ende stand nach Zahlen ein knapper Abschlag von 0,2 Prozent. Der französische Versicherer hatte in den ersten neun Monaten des Jahres den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesteigert und ein Aktienrückkaufprogramm ankündigt.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.