ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx dreht mit dem starken Euro ins Minus

dpa-AFX

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Getrübt vom starken Euro haben die Börsen in den Euroländern am Montag nachgegeben. Ein zwischenzeitlicher Erholungsversuch beim EuroStoxx 50 kam zum Erliegen, als die Gemeinschaftswährung am Nachmittag einen Angriff auf die Marke von 1,18 US-Dollar unternahm. Der Leitindex der Eurozone gab am Ende um 0,53 Prozent auf 3449,36 Punkte nach. Im Juli hat er aber dennoch einen kleinen Zugewinn von 0,2 Prozent ins Ziel gebracht.

Der Euro profitierte Börsianern zufolge wie schon zuletzt weiter von den politischen Turbulenzen in den USA, wo Präsident Donald Trump mit seinen Versprechungen immer wieder auf unüberwindbare Hürden stößt. Zuletzt wurden am Montag mehr als 1,18 US-Dollar für die Gemeinschaftswährung bezahlt - sie erreichte so den höchsten Stand seit Januar 2015. In der Theorie verteuert dies die Exporte der Unternehmen in der Eurozone.

Der CAC-40 tauchte vor diesem Hintergrund mit dem Dax ins Minus ab und verlor letztlich sogar 0,73 Prozent auf 5093,77 Punkte. In London dagegen behauptete sich der FTSE 100 hauchdünn über Wasser: Er legte um 0,05 Prozent auf 7372,00 Zähler zu.

Im Fokus standen in London unter anderem die jüngsten Quartalszahlen der britischen Großbank HSBC . Deren Aktien zählten im FTSE mit plus 1,80 Prozent zur Spitzengruppe, nachdem die Bank einen Gewinnsprung hinlegte und eine Ausweitung der Aktienrückkäufe ankündigte. Die Aktien erreichten im Tagesverlauf mit 772 Pence den höchsten Stand seit Mai 2013.

Obwohl der Pharmakonzern Sanofi nach einem Umsatz- und Gewinnanstieg im ersten Halbjahr etwas optimistischer in die Zukunft blickt, war dies den Papieren am Montag nicht nachhaltig eine Hilfe: mit dem Marktumfeld dreht sie am Nachmittag ins Minus ab. Letztlich büßten sie 1 Prozent ein.

Die Aktien von Essilor litten weiter unter einem enttäuschend schwachen Halbjahr und der zuletzt gesenkten Wachstumsprognose für 2017. Ähnlich wie am Freitag sackten sie am Ende des EuroStoxx um 4 Prozent ab. Kurzfristig lasse sich die Geschäftsentwicklung des Brillenglasherstellers weiter nur schwer prognostizieren, hieß es nun in einer Studie von Goldman Sachs.

Branchenseitig konnten sich am Ende nur wenige Teilindizes im Plus halten. Deutlich positiv zeigten sich Versorger mit einem Aufschlag von einem halben Prozent. Übertroffen wurde dies nur noch vom Finanzdienstleistungssektor mit plus 0,65 Prozent.

Deutlich nach unten ging es hingegen für Konsumgüterunternehmen, deren Teilindex um 1,25 Prozent fiel. Belastend wirkten sich hier ein anhaltender Kursrutsch bei Tabakwerten aus: British American Tobacco und Imperial Brands gaben hier mit Abgaben von fast 5 beziehungsweise 6 Prozent die Richtung vor. Sie litten weiterhin unter einer drohenden Beschränkung des Nikotingehalts bei Zigaretten in den USA.