ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Erholung trotz erneuerter Zinssorgen

dpa-AFX

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - An den europäischen Aktienmärkten haben die Zeichen am Mittwoch trotz erneuerter Zinssorgen auf Erholung gestanden. Eine stärker als erwartete Teuerung in den USA untermauerte zwar die Aussicht auf eine steilere Zinskurve in den USA, die am Markt als Auslöser für den Kursrutsch in den vergangenen Wochen gilt. Zuletzt auf dem tiefsten Stand seit fast einem Jahr angekommen, herrschte nun aber eher Aufbruchstimmung unter den Anlegern. Der EuroStoxx 50 kletterte am Ende um 0,87 Prozent auf 3369,83 Punkte. Der Leitindex der Eurozone schloss damit unweit seines Tageshochs.

Im Januar um 2,1 Prozent gestiegene US-Verbraucherpreise untermauerten die Befürchtung der Anleger, dass die US-Notenbank Fed schneller als erwartet an der Zinsschraube drehen werde. Dies sorgte am Nachmittag zwar kurzzeitig für neue Ausschläge, konnte dem stabilisierten Marktumfeld aber letztlich nichts abhaben. Auch die Länderbörsen in Frankreich und Großbritannien zogen zur Wochenmitte an: In Paris legte der CAC 40 um 1,10 Prozent auf 5165,26 Punkte zu. Der britische FTSE 100 gewann 0,64 Prozent auf 7213,97 Punkte.

Aus Branchensicht gab es nur Gewinner. Minenwerte waren letztlich der gefragteste Sektor, wie Kursgewinne von mehr als 2 Prozent bei ihrem Teilindex zeigten. Bei den Bergbauunternehmen, die vor allem an der Londoner Börse stark vertreten sind, wurde der Rückenwind mit steigenden Metallpreisen begründet. Aktien von Randgold waren letztlich im FTSE 100 mit einem Kurssprung um fast 5 Prozent der Spitzenreiter.

Auch der Branchenindex der Medienwerte rückte um etwa 2 Prozent vor. Dort sorgten sich mehrende Anzeichen für ein starkes Anzeigen- und Werbejahr 2018 für bessere Stimmung. Händler argumentierten unter anderem damit, dass die japanische Werbegruppe Dentsu von voraussichtlich steigenden Ausgaben der Unternehmen in diesem Jahr gesprochen habe. Ermutigend seien außerdem erfreuliche Zahlen der US-Werbeagentur Interpublic. Aktien von Publicis gehörten in Paris auch vor dem Hintergrund eines Großauftrages von Mercedes mit einem Kurssprung von fast 5 Prozent zu den Branchenfavoriten.

Gute Nachrichten kamen vereinzelt auch aus dem Bankensektor. In Zürich nahmen die Aktien von Credit Suisse mit 3,8 Prozent Plus die Spitze im Leitindex SMI ein. Die US-Steuerreform hatte der Großbank zwar im vergangenen Jahr einen Verlust eingebrockt. Allerdings lief es im eigentlichen Geschäft besser als von Analysten erwartet, zudem hätten die marktabhängigen Unternehmensfelder einen "sehr guten Start in das Jahr 2018" erwischt, hieß es von der Bank.

Credit Agricole waren im europäischen Bankenumfeld hingegen eine klar negative Ausnahme. Obwohl die französische Großbank zu Jahresende gute Geschäfte beim Anleihehandel gemacht hatte, verloren die Papiere am Ende des Cac 40 etwa 3 Prozent. Das Unternehmen habe nicht solide genug abgeschnitten, schrieben die Analysten von Natixis.

An der Spitze des französischen Leitindex rückte derweil Kering um mehr als 5 Prozent vor und erholte sich so vom schwachen Vortag. Nach den am Dienstag veröffentlichten Zahlen waren diverse Analysten voll des Lobes für den Luxusgüterkonzern. UBS-Analystin Helen Brand bezeichnete das Ausmaß des Kursrutsches am Vortag als nicht gerechtfertigt.

In London rückten die Aktien von Sky um etwa 2 Prozent vor. Als Kurstreiber wurde hier darauf verwiesen, dass sich der britische Pay-TV-Konzern für drei weitere Spielzeiten die Rechte für die meisten Spiele der englischen Premier League gesichert hatte - zu einem niedriger als erwarteten Preis.