ROUNDUP: Adva Optical ringt mit 'harten Preiskämpfen' - Aktie unter Druck

dpa-AFX

MARTINSRIED (dpa-AFX) - Der harte Wettbewerb in der Branche macht dem Telekomausrüster Adva Optical zu schaffen. Im zweiten Quartal enttäuschten sowohl der Umsatz als auch das operative Ergebnis - und schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Auch der Ausblick auf die Zahlen des laufenden dritten Quartals kam am Markt nicht gut an. Die seit einigen Wochen ohnehin unter Druck stehende Aktie gab im vorbörslichen Handel deutlich nach.

Unternehmenschef Brian Protiva sprach in der Mitteilung von "aufregenden und turbulenten Zeiten" in der Branche. Es gebe zwar eine hohe Nachfrage durch die Telekomunternehmen aufgrund der beiden Wachstumstreiber Cloud und mobile Datenübertragung, auf der anderen Seite sieht er "harte Preiskämpfe". Die Ausrüsterbranche stecke daher weiter in der Konsolidierung.

Adva selbst will dabei weiter eine aktive Rolle spielen. Das Unternehmen hatte erst Anfang Juli die Übernahme des US-Konkurrenten MRV für 69 Millionen Dollar angekündigt. Die Transaktion soll bis spätestens Ende September 2017 abgeschlossen sein. Es wäre die zweite größere Übernahme von Adva innerhalb relativ kurzer Zeit.

Im zweiten Quartal sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund acht Prozent auf 144,2 Millionen Euro gefallen. Von Bloomberg befragte Analysten hatten mit einem Erlös von knapp 149 Millionen Euro gerechnet. Für das dritte Quartal rechnet Adva mit einem Umsatz zwischen 120 Millionen und 130 (Vorjahr: 159) Millionen Euro - hier haben Analysten bisher deutlich höhere Werte auf dem Zettel.

Bei der operativen Marge rechnet Adva mit einem Wert zwischen zwei und fünf Prozent und damit ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 5,2 Prozent und auch unter dem Wert des zweiten Quartals. Zwischen April und Ende Juni habe die Marge auf Basis des um Sondereffekte bereinigten Betriebsergebnisse 6,4 Prozent betragen.

Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis habe sich zwar im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, blieb mit 9,2 Millionen Euro aber ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Die enttäuschenden Zahlen drückten den Kurs im vorbörslichen Handel bei der Plattform Tradegate um mehr als zehn Prozent auf 7,989 Euro.

Das Papier reduzierte sein Jahresplus auf zuletzt nur noch rund drei Prozent Prozent und gehört damit zu den eher schwächeren Werten im Technologieauswahlindex der Deutschen Börse, der seit Ende 2016 etwas mehr als 26 Prozent zulegte.