ROUNDUP: Adidas blickt wegen Corona-Lockdowns in China vorsichtiger auf 2022

HERZOGENAURACH (dpa-AFX) - Die Corona-Lockdowns in China und ihre Auswirkungen auf das Konsumverhalten belasten den Sportartikelhersteller Adidas <DE000A1EWWW0> deutlich. Aufgrund zahlreicher Schließungen von Geschäften und einem rückläufigen Kundenaufkommen in dem Land erwartet der Vorstand mittlerweile, dass der Erlös in China einbrechen wird. Hoffnung schöpft Konzernchef Kasper Rorsted zwar durch bessere Geschäfte in anderen Regionen. Insgesamt rechnet der Manager für das laufende Jahr allerdings mit einer geringeren Profitabilität. Das "herausfordernde Marktumfeld in China" dürfte bestehen bleiben, sagte er laut Mitteilung. Im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate ging es für die Adidas-Papiere um 1,7 Prozent nach unten.

Aufgrund der "schwerwiegenden Auswirkungen" der Lockdowns solle der Gewinn aus fortgeführten Geschäften nun nur noch im unteren Bereich der anvisierten Spanne von 1,8 bis 1,9 Milliarden Euro liegen, teilte das im Dax <DE0008469008> notierte Unternehmen am Freitag in Herzogenaurach mit. Die operative Marge solle nur noch etwa auf dem Vorjahresniveau von 9,4 Prozent liegen. Zuvor hatte Adidas 10,5 bis 11 Prozent in Aussicht gestellt.

Beim Umsatz erwartet der Vorstand hingegen weiter ein währungsbereinigtes Wachstum um 11 bis 13 Prozent. Zwar dürften die fehlenden Erlöse in China und Lieferkettenengpässe die Entwicklung um rund 200 Millionen Euro belasten. Allerdings hofft das Unternehmen, dass seine anderen Regionen in Nord- und Lateinamerika, EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) und Asien-Pazifik so wachsen wie geplant. Die Dynamik der Märkte dürfte den Umsatzrückgang in China kompensieren. "In den östlichen Märkten werden wir im zweiten Quartal in Asien-Pazifik zu Wachstum zurückkehren", versprach Rorsted laut Mitteilung.

Im Auftaktquartal hatte das Unternehmen bereits etwas mehr erlöst als von Analysten erwartet. So stieg der Umsatz der Monate Januar bis März leicht auf 5,3 Milliarden Euro. Dabei profitierte der Konzern aber auch von der Euro-Schwäche. Währungsbereinigt sank der Erlös allerdings um drei Prozent. Dabei profitierte Adidas von Zuwächsen in Nord- und Lateinamerika sowie in EMEA, hatte aber in China und Asien-Pazifik mit einem herausfordernden Marktumfeld und den Lockdowns zu kämpfen.

Weil der Vorstand aber deutlich mehr Geld in Werbung stecken musste, sank das Betriebsergebnis um 38 Prozent auf 437 Millionen Euro. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäften ging um fast 40 Prozent auf 310 Millionen Euro zurück.

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