ROUNDUP 2: Wirecard schraubt Prognose weiter nach oben - Aktie auf Rekordhoch

dpa-AFX

(Neu: Rekordoch)

ASCHHEIM/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Zahlungsabwickler Wirecard kann dank des Online-Shoppingbooms seine Ergebnisprognose weiter in die Höhe schrauben. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sollen nun zwischen 398 und 415 Millionen Euro erwirtschaftet werden, wie das TecDax -Schwergewicht am Donnerstag in Aschheim bei München mitteilte. Zuvor standen 392 bis 406 Millionen Euro im Plan. Analysten hatten im Schnitt bereits mit 404 Millionen Euro gerechnet.

Das brummende Geschäft mit der Abwicklung von Zahlungen im Internet sowie Zukäufe sorgten laut vorläufigen Zahlen im dritten Quartal für ein Umsatzplus von 52 Prozent auf 406,5 Millionen Euro. Das Ebitda kletterte um 35 Prozent auf 110,2 Millionen Euro. Am 15. November legt Wirecard den kompletten Zwischenbericht vor.

Obwohl die Prognoseerhöhung für die meisten Experten keine große Überraschung war, legte die Aktie deutlich zu und erreichte kurz vor Handelsende abermals ein Rekordhoch von 82,99 Euro. Zuletzt lag das Papier mit einem Plus von knapp sechs Prozent bei 82,85 Euiro. Damit stieg der Börsenwert des Fintech-Unternehmens auch wieder über die Marke von zehn Milliarden Euro.

In den vergangenen Monaten waren Zahlungsabwickler zudem am Kapitalmarkt begehrt. Mehrere wechselten für Milliardenbeträge den Besitzer. So übernahm der Finanzinvestor Hellman & Friedman den dänischen Anbieter Nets, Blackstone und CVC erwarben Paysafe . Der US-Anbieter Vantiv schlug beim britischen Wirecard-Rivalen Worldpay zu.

Die Wirecard-Aktie befindet sich seit einiger Zeit auf einem Höhenflug. In den vergangenen zehn Jahren stieg der Kurs um fast 800 Prozent - ungeachtet immer wieder aufkommender Versuche von Leerverkäufern, den Kurs zu drücken. Diese Spekulanten versuchen, mit fallenden Kursen Geld zu verdienen. Die letzte Attacke hatte es im Frühjahr 2016 vom dem bis dahin unbekannten Hedgefonds namens Zatarra gegeben.

Damals war der Kurs bis auf 30 Euro abgestürzt. Diese Kursschwäche hatte Unternehmenschef Markus Braun genutzt, um seinen Anteil aufzustocken. Er hielt zuletzt 7 Prozent der Anteile - sein Aktienpaket ist damit derzeit etwas mehr als 700 Millionen Euro wert.