ROUNDUP 2: TAG Immobilien will 2022 noch mehr verdienen - Aktie unter Druck

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(Neu: Aussagen zu Zukäufen, Aktienkurs und Analysten)

HAMBURG (dpa-AFX) - TAG Immobilien <DE0008303504> profitiert weiter von der hohen Nachfrage nach Wohnraum in Ballungszentren. Die Mieten steigen dort seit Jahren. Zudem kommt dem Unternehmen sein wachsendes Geschäft mit Dienstleistungen rund um Immobilien zugute. Deshalb rechnet der Konzern mit einem weiteren Anstieg des operativen Gewinns im kommenden Jahr. Die TAG-Aktie gab im Mittagshandel am Dienstag um rund ein Prozent nach.

2022 soll die für Immobilienunternehmen wichtige operative Kenngröße FFO 1 auf 188 bis 192 Millionen Euro zulegen, wie die im MDax <DE0008467416> notierte Gesellschaft am Dienstag in Hamburg mitteilte. Für das laufende Jahr peilt TAG Immobilien hier weiter 178 bis 182 Millionen Euro an nach 172,6 Millionen im Vorjahr. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren. Die Dividende soll für 2021 laut derzeitiger Planung um 4 Cent auf 92 Cent je Aktie steigen. Für das Jahr 2022 will der Konzern dann 98 Cent ausschütten.

Nach Ansicht von Analyst Kai Klose von der Privatbank Berenberg erfüllten die Kennzahlen die Erwartungen. Zudem habe der Konzern den positiven Gewinn-Ausblick für 2021 wie erwartet bestätigt. Für 2022 rechne TAG Immobilien mit einem Anstieg der Kennziffer von bis zu sechs Prozent. Angesichts der eher konservativen Prognosepolitik des Unternehmens hält er das obere Ende der Prognose für das nächste Jahr für erreichbar. Dies käme seiner Schätzung nahe. Für Analyst Thomas Neuhold von der Investmentbank Kepler Cheuvreux liegt das 2022 avisierte operative Ergebnis im Rahmen der Markterwartungen.

"Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2023 werden wir, neben dem bereits bestehenden Verkaufsgeschäft, auch wesentliche Vermietungsbeiträge in Polen erzielen", sagte Finanzchef Martin Thiel. Damit sei TAG aktuell in zwei sehr attraktiven Wohnimmobilienmärkten vertreten. Während das deutsche Portfolio Stabilität und Verlässlichkeit biete, gebe es in Polen attraktive und renditestarke Wachstumsmöglichkeiten.

Derweil erhöhte sich in den ersten neun Monaten das operative Ergebnis (FFO 1) im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 137,5 Millionen Euro, wie TAG Immobilien weiter mitteilte. Die Kaltmieten kletterten um vier Prozent auf rund 249,3 Millionen Euro.

Die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter erhöhte sich Ende September in den Wohnimmobilien gegenüber dem Vorjahr um rund 1,5 Prozent auf 5,53 Euro. Der Leerstand stieg jedoch unter anderem aufgrund weniger Besichtigungen in Folge der Corona-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent. Für den weiteren Verlauf des Jahres rechnet TAG Immobilien mit einem weiteren Leerstandsabbau, die Quote soll dann höchstens 5,0 Prozent bis zum Jahresende betragen.

Das Konzernergebnis stieg auf 362,4 Millionen Euro nach 189,1 Millionen. Das lag vor allem an einer höheren Bewertung des Immobilienbestands.

Mit Blick auf das künftige Wachstum setzt der Vorstand auf den Kauf und Neubau von Wohnungen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen fast 4600 Wohnungen in Deutschland erworben. In den ersten neun Monaten erfolgten in Deutschland jedoch keine Zukäufe, sondern TAG Immobilien veräußerte 343 Wohneinheiten.

"Wir sind aktiv, wir schauen uns nach Möglichkeiten in Deutschland um", sagte Thiel in einer Telefonkonferenz. Allerdings würden die heutzutage bezahlten Preise für Immobilien über denen liegen, die TAG Immobilien bereit sei zu zahlen. "Es ist gut diszipliniert und vorsichtig mit dem Kapital in Deutschland umzugehen", sagte er. Aufgrund seines Polen-Geschäfts müsse TAG Immobilien keine überteuerten Übernahmen machen, fügte er hinzu. In Polen verkauft TAG schrittweise einige der Ende 2019 übernommenen Objekte, bis Ende 2025 will der Konzern dann noch 8000 bis 10 000 Wohnungen selbst errichten.

Die rund 87 600 deutschen Immobilien des Hamburger Konzerns liegen in sogenannten B- und C-Standorten und damit in den weiteren Einzugsgebieten der Metropolen und in mittelgroßen Städten. Der größte Teil der Wohnimmobilien steht in ostdeutschen Städten wie etwa Gera, Leipzig, Chemnitz, Erfurt sowie im Umfeld von Berlin. Zudem ist TAG Immobilien mit dem Zukauf des Projektentwicklers Vantage Development Ende 2019 in den polnischen Markt eingestiegen.

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