ROUNDUP 2/Lauterbach: Kommen nicht um höhere Beitragssätze bei Pflege herum

(Neu: Patientenschützer, letzter Abs.)

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Bürger und Bürgerinnen auf höhere Beiträge zur Pflegeversicherung vorbereitet. "Wir wollen insbesondere die Pflege durch Angehörige und durch ambulante Dienste besserstellen", sagte der SPD-Politiker dem "Stern". "Deshalb werden wir auch nicht umhinkommen, dass die Beitragssätze steigen." Derzeit liegt der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung bei 3,05 Prozent des Bruttolohns, für Menschen ohne Kinder bei 3,4 Prozent.

Lauterbach verwies darauf, dass die meisten Betroffenen zu Hause gepflegt werden. "Die brauchen unsere Unterstützung." Auch die Personalkosten in der ambulanten Pflege seien gestiegen. Er betonte zudem: "Wir können die Branche nicht einerseits aushungern und andererseits erwarten, dass sich mehr Menschen entscheiden, hier zu arbeiten." Im Koalitionsvertrag seien "zurecht auch weitere Steuerzuschüsse vorgesehen".

SPD, FDP und Grüne hatten auch bereits im Koalitionsvertrag angekündigt, den Pflegebeitrag "moderat" anzuheben. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte Klarheit über konkrete Verbesserungen für Pflegebedürftige ein. Es sei eine Binsenweisheit, dass es mehr Geld in der Pflege brauche, sagte Vorstand Eugen Brysch. Entscheidend sei, dass Lauterbach sage, welche Ziele er verfolge.