ROUNDUP 2: Dürr verdient weniger - Etwas mehr Zuversicht für Auftragseingang

dpa-AFX

(Neu: Aktienkurs, Analysten, mehr Details)

BIETIGHEIM-BISSINGEN (dpa-AFX) - Der Anlagen- und Maschinenbauer Dürr hat auch im zweiten Quartal von guten Geschäften mit Maschinen für die Holzverarbeitung profitiert. Der Umsatz ging aber insbesondere wegen des Verkaufs der industriellen Reinigungstechnik im Jahresvergleich um 2,5 Prozent auf 859,9 Millionen Euro zurück, teilte der MDax -Konzern am Donnerstag in Bietigheim-Bissingen mit. Der Gewinn sank mit 5,2 Prozent auf 37,2 Millionen Euro noch deutlicher. Analysten hatten mehr erwartet. Die Aktie verlor am Vormittag mehr als 5 Prozent und lag damit am MDax-Ende.

Nur beim Auftragseingang konnte der Anlagenbauer punkten. Dieser legte im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 8,7 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro zu. Im ersten Halbjahr erzielte der Konzern mit erstmals mehr als zwei Milliarden Euro einen Rekordwert. Für Schwung sorgte der vor drei Jahren übernommene Holzmaschinenbauer Homag. Vor diesem Hintergrund sei nun das obere Ende der für das Gesamtjahr angepeilten Spanne von 3,3 bis 3,7 Milliarden Euro beim Auftragseingang "gut erreichbar", hieß es.

"Wir liegen voll im Plan und sind auch für das zweite Halbjahr zuversichtlich", sagte Dürr-Chef Ralf W. Dieter laut Mitteilung. Die Projekt-Pipeline der Kunden sei gut gefüllt. Beim Umsatz sei eine Beschleunigung im zweiten Halbjahr zu erwarten, betonte er.

Die Ziele für das Gesamtjahr bekräftigte der Manager im Kern. Der Umsatz des Maschinenbauers dürfte zwischen 3,4 und 3,6 Milliarden Euro liegen. Das ist etwa so viel wie ein Jahr zuvor. Die operative Marge (Ebit) dürfte bei 7,5 bis 8,25 Prozent liegen. Auch dieses Ziel erscheine gut erreichbar. "Mit Blick auf die Effizienz werden wir die Kostenkontrolle noch stärker betonen", erklärte Finanzchef Carlo Crosetto.

Goldman Sachs-Analyst Jack O'Brien zeigte sich enttäuscht. Das operative Ergebnis des Maschinen- und Anlagenbauers habe die Erwartungen klar verfehlt, schrieb er in einer ersten Einschätzung. Die Profitabilität im Geschäft mit der Autoindustrie sei vergleichsweise schwach. Die Jahresziele seien zwar unverändert, die Markterwartungen lägen aber bereits leicht darüber. UBS-Experte Sven Weier zeigte sich nur vom Auftragseingang positiv überrascht.

Seit dem zweiten Quartal trägt der verkaufte Reinigungstechnikspezialist Dürr Ecoclean nicht mehr zum Umsatz und Auftragseingang bei. Dürr hat mehr als 14 500 Mitarbeiter und verdient sein Geld unter anderem mit Lackieranlagen für die Autoindustrie.