ROUNDUP 2/Corona-Gipfel: Handel warnt vor strengeren Vorgaben zur Kundenzahl

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(neu: jüngste Entwicklung bei Bund-Länder-Beratungen)

BERLIN (dpa-AFX) - Vor dem Corona-Gipfel der Bundesregierung hat der Handelsverband Deutschland (HDE) vor strengeren Vorgaben für die Kundenzahl in Geschäften gewarnt. Die von der Bundesregierung vorgeschlagene Regelung, nur noch einen Kunden pro 25 statt wie bisher pro zehn Quadratmetern Verkaufsfläche zuzulassen, könne zu langen Schlangen vor den Geschäften und "am Ende zu neuen Hamsterkäufen im Lebensmittelhandel führen", mahnte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Zudem sei es auch nicht im Sinne der Eindämmung der Pandemie, wenn viele Kunden vor den Geschäften wartend bei kalter Witterung eng beieinander stünden.

Zuletzt zeichnete sich allerdings ab, dass Bund und Länder strengere Auflagen für größere Geschäfte machen wollen. Dem Vernehmen nach ist ein abgestuftes Verfahren geplant - je nach Größe der Geschäfte und Verkaufsfläche. Ein Gesamtpapier war am Mittwochnachmittag aber noch nicht beschlossen worden. Zuvor hatten unter anderem die "Bild"-Zeitung und der "Tagesspiegel" darüber berichtet. Außerdem soll im Groß- und Einzelhandel die Maskenpflicht erweitert werden.

Auch Rewe-Chef Lionel Souque hatte sich entschieden gegen weitere Einschränkungen der Kundenzahlen in den Märkten ausgesprochen. Der Chef des größten deutschen Lebensmittelhändlers Edeka, Markus Mosa, warnte ebenfalls vor zusätzlichen Auflagen. Auch der Landkreistag ist gegen eine Verschärfung. "Es ist lebensfremd, jedem Kunden 25 Quadratmeter Platz einräumen zu wollen, 10 Quadratmeter sind bereits ziemlich üppig", sagte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, dem "Handelsblatt".

Dringenden Handlungsbedarf sieht der Handelsverband Deutschland dagegen nach wie vor bei den Hilfsmaßnahmen für die innerstädtischen Handelsunternehmen. "Die Politik muss jetzt handeln oder sie nimmt verödete Innenstädte sehenden Auges in Kauf", sagte Genth.