ROUNDUP 2: 'Maria' verursacht große Schäden - USA helfen Puerto Rico

dpa-AFX

SANTO DOMINGO/SAN JUAN (dpa-AFX) - Der Hurrikan "Maria" hat auf seinem Weg durch die Karibik schwere Schäden angerichtet. Bisher starben infolge des Wirbelsturms auf den Karibikinseln Dominica, Guadalupe und Puerto Rico mindestens 18 Menschen. Rund 20 Menschen werden noch vermisst. Tausende deutsche Touristen blieben nach Angaben führender Reiseveranstalter aber unbeschadet und sind wohlauf.

Der Tropensturm zog weitgehend an der Dominikanischen Republik vorbei, verursachte aber auch dort Überschwemmungen und Stromausfälle. Er zog weiter Richtung Turks- und Caicosinseln und wurde später auf den Bahamas erwartet, wie das US-Hurrikanzentrum mitteilte. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 205 Kilometern pro Stunde gilt "Maria" weiter als Hurrikan der Kategorie drei.

Deutsche Karibik-Touristen überstanden "Maria" nach Angaben ihrer Reiseveranstalter unversehrt. Alle Gäste seien wohlauf, teilte die DER Touristik in Frankfurt mit. In der Dominikanischen Republik habe es keine größeren Schäden gegeben. Der Anbieter Tui teilte mit, dass rund 1700 deutsche Gäste in der Dominikanischen Republik ihren Urlaub fortsetzen können. Einzelne Anbieter sagten aber wegen der Schäden bis Mitte Oktober Puerto-Rico-Reisen ab.

Ausläufer des Hurrikans könnten am Wochenende auf die südöstliche Küste der Vereinigten Staaten treffen. Besonders heftig schlug "Maria" in Puerto Rico zu. Fast alle 3,4 Millionen Einwohner auf der Insel sind ohne Strom. Auch das Kommunikationsnetz brach vielerorts zusammen, weshalb die Informationslage schwierig war. Viele Gegenden waren komplett abgeschnitten. Eine Hoffnung war, dass der Flughafen in Puerto Rico wieder den Betrieb aufnimmt, damit US-Hilfsflüge die Karibikinsel ansteuern können. US-Präsident Donald Trump rief den Katstrophenzustand aus erklärte, er wolle die Insel bald besuchen.

Mit Ausrufung des Katastrophenzustandes bekommt das US-Außengebiet, wo viele Menschen in Armut leben, Geld aus Washington. Dazu zählen Hilfen für Unterkünfte und Reparaturen. Trump sagte, Puerto Rico sei "vollkommen ausradiert" und von Winden getroffen worden, wie die Insel sie nie zuvor erlebt habe. Die USA würden den Wiederaufbau mit großem Enthusiasmus angehen. Das US-Militär teilte mit, es werde mit sechs Hubschraubern und vier Transportflugzeugen helfen.

Bisher ist Puerto Rico nur ein assoziierter Freistaat. Per Referendum hatte die von der Pleite bedrohte Insel beschlossen, dass man der 51. Bundesstaat der USA werden möchte. Dieser Wunsch muss aber vom US-Kongress gebilligt werden. Puerto Rico ist mit 9000 Quadratkilometern in etwa so groß wie Zypern.