ROUNDUP 2: Adva Optical ringt mit 'harten Preiskämpfen' - Aktie stürzt ab

dpa-AFX

(Neu: Aktueller Kurs)

MARTINSRIED (dpa-AFX) - Der harte Wettbewerb in der Branche macht dem Telekomausrüster Adva Optical zu schaffen. Im zweiten Quartal enttäuschten sowohl der Umsatz als auch das operative Ergebnis - und schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Auch der Ausblick auf die Zahlen des laufenden dritten Quartals kam am Markt nicht gut an. Der Kurs der seit einigen Wochen ohnehin unter Druck stehenden Aktie stürzte um 18 Prozent ab. Der Börsenwert sank damit um rund 83 Millionen Euro auf zirka 363 Millionen Euro.

Unternehmenschef Brian Protiva sprach in der Mitteilung von "aufregenden und turbulenten Zeiten" in der Branche. Es gebe zwar eine hohe Nachfrage durch die Telekomunternehmen aufgrund der beiden Wachstumstreiber Cloud und mobile Datenübertragung, auf der anderen Seite sieht er "harte Preiskämpfe". Die Ausrüsterbranche stecke daher weiter in der Konsolidierung.

Adva selbst will dabei weiter eine aktive Rolle spielen. Das Unternehmen hatte erst Anfang Juli die Übernahme des US-Konkurrenten MRV für 69 Millionen Dollar angekündigt. Die Transaktion soll bis spätestens Ende September in diesem Jahr abgeschlossen sein. Es wäre die zweite größere Übernahme von Adva innerhalb relativ kurzer Zeit.

Im zweiten Quartal sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund acht Prozent auf 144,2 Millionen Euro gefallen. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten mit einem Erlös von knapp 149 Millionen Euro gerechnet. Für das dritte Quartal rechnet Adva mit einem Umsatz zwischen 120 Millionen und 130 (Vorjahr: 159) Millionen Euro - hier haben Analysten bisher deutlich höhere Werte auf dem Zettel.

Bei der operativen Marge rechnet Adva mit einem Wert zwischen zwei und fünf Prozent und damit ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 5,2 Prozent und auch unter dem Wert des zweiten Quartals. Zwischen April und Ende Juni habe die Marge auf Basis des um Sondereffekte bereinigten Betriebsergebnisse 6,4 Prozent betragen.

Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis habe sich zwar im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, blieb mit 9,2 Millionen Euro aber ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Die enttäuschenden Zahlen und der schwache Ausblick drückten den Kurs um bis zu 18 Prozent nach unten.

Damit ist das Papier auch mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf ins Minus gerutscht. Mit einem Abschlag von jetzt rund fünf Prozent seit Ende 2016 gehört das Papier zu einem der wenigen Verlierer im Technologieauswahlindex der Deutschen Börse, der in diesem Zeitraum um fast 27 Prozent zulegte.

Mittelfristig sieht das Bild aber etwas besser aus. In den vergangenen drei Jahren legte die Aktie trotz der jüngsten Verluste um knapp 140 Prozent zu und übertrifft damit in diesem Zeitraum die Entwicklung des TecDax.