ROUNDUP: Öffentliche Banken Deutschlands trauen dem Dax nicht mehr viel zu

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Viel Aufwärtspotenzial räumen Deutschlands öffentliche Banken dem Dax im Mittel in den kommenden zwölf Monaten nicht mehr ein. Die Kursprognosen von sechs Geldinstituten sehen den Leitindex im November 2018 im Durchschnitt bei gut 13 400 Punkten, wie aus einer Mitteilung des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) vom Mittwoch hervorgeht. Das wäre vom aktuellen Niveau ein Zugewinn von eher mageren 4 Prozent. Zum Vergleich: Im laufenden Börsenjahr steht für den Dax ein Plus von 12 Prozent zu Buche.

Zwar dürften die konjunkturellen und geldpolitischen Rahmenbedingungen weiter stützend für die Börsen wirken. Nach der Kursrally in diesem Jahr notierten Aktien mittlerweile jedoch auf einem hohen Niveau. "Schlechte Nachrichten bezüglich der weiteren Gewinnentwicklungen oder konjunkturelle Dämpfer könnten dann schnell zu Kurskorrekturen führen", lautete eine Begründung des Verbands für die Vorsicht der Geldhäuser.

Den größten Optimismus unter den beteiligten Instituten legt die Landesbank Baden-Württemberg an den Tag: Die Stuttgarter prognostizierten den Dax in zwölf Monaten bei 14 000 Punkten. Die konjunkturellen Frühindikatoren zeichneten ein weiterhin sehr robustes Bild, vor allem für Nordamerika und Europa. "In diesem Szenario dürfte auch die Gewinnentwicklung der börsennotierten Unternehmen aufwärts gerichtet bleiben, wenngleich die Dynamik etwas abnehmen sollte", urteilte der Aktienstratege Frank Klumpp.

Zurückhaltender zeigte sich Marktstratege Markus Reinwand von der Helaba, der zufolge der deutsche Leitindex in den kommenden zwölf Monaten bis auf 12 700 Zähler nachgeben dürfte. Indikatoren für die Stimmung an den Börsen bewegten sich inzwischen im "Überhitzungsbereich". Aktien, die der Konjunktur in der Regel rund ein halbes Jahr vorausliefen, hätten die positive wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone bereits "mehr als hinreichend gewürdigt". Bei den Prognosen für die Gewinne der kommenden zwölf Monate überwögen sogar die negativen Revisionen.

Immerhin dürften sich dem Verband zufolge deutsche und auch europäische Aktien in Zukunft besser schlagen als in den USA. Denn die Wall Street sei zum einen noch höher bewertet und zum anderen dürfte die US-Notenbank Fed die geldpolitischen Zügel weiter anziehen. So lautete die durchschnittliche Prognose der Banken für den Dow Jones Index bis zum November kommenden Jahres auf 22 560 Zähler - ein Minus von knapp 4 Prozent.