Rossi dankt Yamaha für Chance nach Ducati-Jahren: "Hätte sonst aufgehört"

Gerald Dirnbeck
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Das MotoGP-Saisonfinale 2020 in Portugal bedeutet auch das letzte Rennen von Valentino Rossi im Yamaha-Werksteam. Zwischen 2004 und 2010 wurde man gemeinsam viermal Weltmeister. Die zweite Ära von 2013 bis 2020 brachte drei Vizeweltmeisterschaften hervor.

Im nächsten Jahr wird Rossi im Yamaha-Satellitenteam Petronas an den Start gehen. Er bleibt Yamaha zwar eng verbunden, aber seine Crew wird sich ändern. Seine langjährigen Mechaniker Alex Briggs und Brent Stephens werden nicht mit ihm wechseln können.

"Im Yamaha-Werksteam hatten wir viele wunderschöne Momente", erinnert sich Rossi zurück. "2004 sind wir mit unserem Team gekommen. Jeremy Burgess arbeitete mit Masao Furusawa zusammen." Es waren damals sehr erfolgreiche Jahre für Yamaha und Rossi.

2012 war Rossi in einer verzweifelten Situation

2011 und 2012 fuhr er dann für Ducati. Doch die italienische Traumehe wurde zu einem sportlichen Desaster. Die Karriere von Rossi schien vor dem Ende zu stehen. "Ich war damals verzweifelt", blickt er heute zurück. "Es war entscheidend für mich, zu Yamaha zurückzukehren."

"Woran ich mich am meisten erinnere, ist, als ich mit Lin Jarvis gesprochen habe. Er hat zu mir gesagt, dass sie mir Ende 2012 eine weitere Chance im Yamaha-Werksteam geben wollen. Ich werde ihm und Yamaha dafür immer dankbar sein."

Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing

Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing<span class="copyright">Gold and Goose / Motorsport Images</span>
Valentino Rossi, Yamaha Factory RacingGold and Goose / Motorsport Images

Gold and Goose / Motorsport Images

"Ich war damals verzweifelt. Wenn ich nicht zu Yamaha zurückkehren hätte können, dann hätte ich mit dem Rennsport aufgehört", sagt Rossi klipp und klar. Dass ihm Yamaha diesen zweiten Frühling seiner Karriere ermöglicht hat, ist für ihn deshalb "die beste" Erinnerung.

"Der Sonntag wird ein besonderer Moment, denn es war eine lange, gemeinsame Reise. Unsere Geschichte ist in zwei Teile geteilt. Ich muss mich bei allen bei Yamaha bedanken, dass sie mir nach den beiden Jahren bei Ducati eine weitere Chance gegeben haben."

"Auch der zweite Abschnitt war lang. Wir haben zwar weniger gewonnen, aber es war eine tolle Zeit mit vielen unvergesslichen Momenten. Ich werde das Team bestimmt sehr vermissen." Rechnet man schon 2021 hinzu, dann ist Rossi 16 Jahre lang für Yamaha gefahren.

Gutes Ergebnis beim Saisonfinale in Portimao das Ziel

In den vergangenen Wochen lief es sportlich gesehen nicht erfolgreich. Platz vier in Misano 1 war sein letztes gutes Ergebnis. Das war Mitte September. Es folgten drei Rennstürze. Anschließend verpasste Rossi die beiden Aragon-Rennen wegen einer Coronavirus-Infektion.

"Nachdem ich aus der Corona-Quarantäne zurückgekommen bin, stoppte das Motorrad nach vier Runden", erinnert er an Valencia 1. "Glücklicherweise konnte ich das zweite Rennen in Valencia beenden. Ich war nicht sehr schnell, aber es war ein Startpunkt."

Portimao wird das letzte Rennen von Rossi im Yamaha-Werksteam

Portimao wird das letzte Rennen von Rossi im Yamaha-Werksteam<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Portimao wird das letzte Rennen von Rossi im Yamaha-WerksteamMotorsport Images

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In der Weltmeisterschaft ist Rossi auf den 15. Platz zurückgefallen. Nun steht mit Portimao eine neue Rennstrecke auf dem Programm. Mit fünf Siegen ist Rossi der erfolgreichste Fahrer in Portugal, aber diese Erfolge stammen aus Estoril.

Auf er Berg- und Talbahn an der Algarve hofft Rossi, dass er die Saison versöhnlich beenden und sich mit einer guten Leistung in die Winterpause verabschieden kann: "Dieses Wochenende ist sehr wichtig, weil wir es besser machen und konkurrenzfähig sein wollen."

"Ich hoffe, dass ich auf der Strecke mit dem Motorrad und den Reifen ein gutes Gefühl finde. Das Ziel lautet, konkurrenzfähig zu sein. In der WM habe ich keine entscheidende Position. Ich werde versuchen, an diesem Wochenende stark und schnell zu sein."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.