Rosa-Luxemburg-Platz: Volksbühnen-Besetzer: "Wenn geräumt wird, wird das blutig"

Lale Willan und Hendrik Sodenkamp gehören zu den Besetzern der Volksbühne. Sie wollen dort einen Diskurs über Politik und Kunst ermöglichen

"Willkommen" steht auf einem Schild am Seiteneingang der Volksbühne. "Herzlich willkommen", sagt eine junge Frau am improvisierten Empfangstisch zu der Besucherin, die fragt, ob sie mal hereinschauen dürfe. Jeder, der ein Angebot mache, sei willkommen in der Programmgruppe, die die Bespielung des Hauses organisiere, sagt Sarah Waterfeld, Sprecherin der Aktivisten, die das Theater am Rosa-Luxemburg-Platz seit Freitag besetzt halten.

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Ein offenes Haus: In diesem Punkt halten die Politaktivisten des inzwischen aufgelösten Kollektivs "Staub zu Glitzer" ihr Versprechen. Jeder ist willkommen in diesen Tagen, seit die Volksbühne zur ganz großen Bühne "für die politische Neuverhandlung der Stadtentwicklung, für künstlerische Schöpfung und gestaltende Intervention" erklärt wurde – ob nun mit dem Farbenkoffer fürs Kinderschminken oder einer Tanzperformance, mit einem Antikriegsfilm oder einem Diskurs zur marxistischen Kapitalismuskritik. Auch dem Team von Regisseurin Susanne Kennedy, das seine Proben für das geplante neue Stück an der Volksbühne vorerst abgesagt hatte, stünden die Türen offen, sagt Lale Willan. "Die haben von sich aus gesagt, sie würden so nicht proben", sagt die 34-Jährige.

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Jeder, der etwas anbieten oder inszenieren möchte, wie diese Gruppe, ist derzeit willkommen im Haus am Rosa-Luxemburg-Platz Jörg Krauthöfer

So offen sind die Strukturen an dieser besetzten Volksbühne, dass selbst das Plenum – offiziell das Beschlussgremium der Aktivisten – jedem offen steht, der gerade im Haus ist. Dass Sprecherin Sarah Waterfeld unter diesen Umständen am Mittwochmittag keine...

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