Roomba saugt Staub und eure Daten ab

Felix Knoke
Roomba

Der Drohnenhersteller iRobot Corp möchte Wohnungsmaße, die seine autonomen Roomba-Staubsauger sammeln, an andere Smart-Home-Anbieter verkaufen. Das sagte iRobot-Geschäftsführer Colin Angle im Gespräch mit Reuters.

"Es gibt ein ganzes Ökosystem von Dingen und Diensten, die ein Smart Home anbieten kann, sobald man eine detaillierte Karte des Zuhauses hat, die der Nutzer zur Weiterverbreitung freigegeben hat."

Sein Unternehmen, so Angle weiter, könnte Wohnungsdaten in den nächsten Jahren zum Beispiel an Apple, Amazon und Alphabet weiterverkaufen.

Was Angle da sagt, ist ein mutiger Vorstoß: Er muss wissen, dass das Verkaufen von Wohnungsdaten kontrovers aufgenommen wird. Zumal sein Unternehmen sich reichlich Freiheiten nimmt, Nutzerdaten abzuschnorcheln und fast nach Belieben zu nutzen und weiterzuverbreiten.

"Beispielsweise kann das Gerät von iRobot Informationen zur Funktion und Nutzungsstatistik des Geräts von iRobot erfassen und übertragen, beispielsweise zur Akkubetriebsdauer und zum Akkuzustand, zur Anzahl der Sitzungen, zur Gerätekennung oder zum Standort." (Hervorhebung durch Redaktion)

Nicht einmal das "Do Not Track"-Signal eines Browsers respektiert das Unternehmen (und warum sind die Nutzungsbedingungen überhaupt so schwer lesbar?)

"Obwohl wir unser Bestes tun, um die Datenschutzpräferenzen unserer Kunden zu berücksichtigen, können wir derzeit nicht auf von Ihrem Browser gesendete „Do Not Track"-Signale reagieren."

Einverständnis hin oder her: Holt man sich Sensoren ins Haus, muss man damit rechnen, dass sie das tun, was sie tun sollen, nämlich möglichst detailliert Daten sammeln. Dass diese Daten weiterverkauft werden, zusammengefasst und "anonymisiert" werden und so vielleicht nützlich gemacht, vielleicht aber auch gegen die Nutzer verwendet werden, ist nichts, was man hinnehmen muss. Es gibt es smarte Zukunft, in der Nützlichkeit und Verletzung der Privatsphäre Hand in Hand gehen müssen.

Reuters