RONDUP: Japanische Exporte fallen nach Corona-Einbruch kaum noch

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TOKIO (dpa-AFX) - Japans Exportwirtschaft hat sich im Oktober vor allem wegen gut laufender Geschäfte mit dem wichtigen Handelspartner China weiter vom Corona-Einbruch erholt. Die Ausfuhren der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt gingen im Vergleich zum Vorjahr nur noch um 0,2 Prozent zurück, wie das japanische Finanzministerium am Mittwoch in Tokio mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einem deutlich stärkeren Rückgang um 4,5 Prozent gerechnet.

Nach einer langen Durststrecke mit zweistelligen Exporteinbrüchen in der Zeit vom März bis August ist der Oktoberwert der beste im Jahresvergleich seit November 2018. Bereits 2019 litt die japanische Exportwirtschaft unter den Folgen eines Handelskriegs zwischen China und den Vereinigten Staaten. Die Corona-Pandemie hatte die Lage im Frühjahr extrem verschärft. Die zweite Infektionswelle, die vor allem die USA und führende Volkswirtschaften in Europa getroffen hat, zeigte hingegen bisher kaum Auswirkungen auf die japanischen Exporte.

Die japanischen Importe haben sich hingegen auch im Oktober schwach entwickelt. Bei den Einfuhren meldete das Finanzministerium einen Rückgang im Jahresvergleich um 13,3 Prozent. Hier hatten Analysten nur einen Dämpfer um 8,8 Prozent erwartet, nachdem die Importe im September um 17,4 Prozent gefallen waren.

Neben den guten Exportgeschäften mit China verbuchte Japan im Oktober auch Zuwächse beim Exportvolumen mit den USA und mit der Europäischen Union. In der japanischen Handelsbilanz wurde für Oktober ein Überschuss von 873 Milliarden Yen (etwa 7,1 Mrd Euro) gemeldet, nach 688 Milliarden Yen im September.

Der Kurs des japanischen Yen konnte im Handel mit dem US-Dollar nach Veröffentlichung der Handelsdaten in der Nacht zum Mittwoch zulegen und hat seine Kursgewinne im Tagesverlauf weiter ausgebaut.