Neymar für Ronaldo: Geschieht das Undenkbare bei Real?

Thorsten Mesch, Holger Luhmann
Ist Neymar (l.) der kommende Nachfolger von Cristiano Ronaldo bei Real Madrid ab?

Cristiano Ronaldo ist 32 Jahre alt. Eine der großen Fragen bei Real Madrid ist: Wie lange wird der Abonnement-Weltfußballer noch spielen? Und das auf höchstem Niveau?

Und weil auch Real-Präsident Florentino Perez diese Frage umtreibt, plant er allmählich die Zukunft der Königlichen für die Zeit nach Ronaldo.

Und als dessen potenzieller Nachfolger gilt - natürlich - ein anderer Superstar. Er ist sieben Jahre jünger und hört auf den Namen Neymar.

Neymars Vater machte Perez am Mittwoch Hoffnung, dass der im Sommer für 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain gewechselte Brasilianer irgendwann für die Königlichen spielen wird.

"Man kann so etwas nie ausschließen, weil sich im Fußball die Dinge schnell ändern. Ich kann nicht über Verhandlungen sprechen, die vielleicht erst in fünf oder sechs Jahren stattfinden", sagte Neymar senior bei Fox Sports, betonte aber zugleich: "Mein Sohn ist gerade erst in Paris angekommen und hat einen langfristigen Vertrag unterschrieben."

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Wird Ronaldo bald verkauft?

Real wird sich also wohl noch ein bisschen gedulden müssen bei Herrn Neymar. Dessen Vertrag in Paris läuft bis 2022. Dann wäre der Brasilianer 30. So lange wird Perez jedoch nicht warten wollen.

Ronaldos Vertrag bei Real endet 2021. Wollen die Madrilenen noch eine stattliche Ablöse für ihn bekommen, müssten sie ihn spätestens ein Jahr vorher verkaufen. Am besten noch früher, um den optimalen Preis zu erzielen.

So macht Real Kasse

Um sich den Traum von Neymar so schnell wie möglich erfüllen zu können, braucht Perez jedenfalls viel Geld. 

Ein Teil für eine Mega-Ablöse dürfte durchaus schon vorhanden sein auf den Bankkonten der Königlichen. Denn in den vergangenen drei Transferperioden hat Perez keine Mega-Einkäufe getätigt. Im Gegenteil.


Im vergangenen Sommer wurde zum Beispiel Alvaro Morata für angeblich 62 Millionen Euro an den FC Chelsea abgegeben, die Summe soll jedoch noch weitaus höher sein. Spekuliert werden in spanischen Medien bis zu 75 Millionen.

Wer muss gehen?

Noch etwas höher würde die Ablöse für Gareth Bale liegen. Der Waliser, der zuletzt immer wieder mit Manchester United in Verbindung gebracht wurde, könnte 80 Millionen einbringen. Allerdings betonte Bales Berater gerade erst, dass der Flügelstürmer in Madrid bleiben wolle.

Zudem ist Perez ein großer Fan des Walisers. Ein Verkauf ist daher eher unwahrscheinlich. Gleiches gilt für Karim Benzema, der seinen Vertrag erst kürzlich verlängert hat.

Dass Real den Franzosen Raphael Varane abgeben würde um Geld für den Neymar-Deal einzunehmen, ist nicht mehr als ein Gerücht. Der 24-Jährige, der seit 2011 bei Real spielt, hat sich zur festen Abwehrsäule neben Sergio Ramos entwickelt und steht symbolisch für Reals geänderte Transferpolitik der vergangenen Jahre.


Ein Spieler, der den Königlichen noch eine ordentliche Summe einbringen würde, ist James Rodriguez.

Vom FC Bayern kämen zu den 13 Millionen Euro Leihgebühr weitere 42 Millionen hinzu, sollten die Münchner den Kolumbianer fest verpflichten.

Ronaldo hätte James zwar liebend gern wieder als Vorlagengeber im Team und machte seinen Unmut über dessen Weggang zuletzt noch einmal deutlich, doch der Mittelfeldspieler will nicht zurück nach Madrid.

Ronaldos Wunschliste

Apropos Ronaldo. Der will auch in seinen womöglich letzten Jahren in Madrid weiter den maximalen Erfolg. Und dafür ein paar neue namhafte Mitspieler an seiner Seite.

Mit den Transfers im Sommer sei Ronaldo alles andere als glücklich gewesen und habe Real eine Shoppingliste vorgelegt, berichtete der Mirror. Darauf stehen sollen: Goncalo Guedes (Linksaußen, Valencia), Marquinhos (Innenverteidiger, Paris Saint-Germain) und Bilbaos Torwart Kepa Arrizabalaga.


Realistisch ist von den drei Transfers vor allem der von Kepa. Der Spanier würde im Winter 20 Millionen kosten, im Sommer wäre er sogar abslösefrei. Bei Real würde sich der 23-Jährige erst einmal als zweiter Keeper hinter dem aktuell verletzten Keylor Navas einordnen.

Kürzlich stellte Perez dem eigentlichen Wunschtorwart David de Gea ein Ultimatum. Kommt de Gea im Sommer nicht aus Manchester, werde sich Real umorientieren, heißt es laut Mirror. Dann wäre das Fenster für de Gea zu und Kepa oder Chelsea-Torwart Thibaut Courtois würden in den Fokus der Königlichen rücken.

Ob ein neuer Torhüter reicht, um Ronaldo zu besänftigen? Fraglich. Aber womöglich hat Perez ohnehin schon längst sein Augenmerk auf die Zeit nach der Ronaldo-Ära gelegt.