Romanverfilmung: "Es war einmal Indianerland" - ein wilder Stilmix

Das Buch galt als unverfilmbar. Aber Ilker Çatak hat „Es war einmal Indianerland“ adäquat adaptiert als psychedelischen Bilderrausch.

Hui, was für ein Auftakt! In den ersten Minuten dieses Film werden die Figuren mit einer Geschwindigkeit eingeführt, bei der man schon vom Zusehen Seitenstechen bekommt. Rasante Bilder, Schnittstakkato, Reißschwenks und Rückblenden im Schnelldurchlauf, als spule man eine alte Videokassette zurück.

Dabei rennt nicht nur die Hauptfigur gegen eine Laterne, da taumelt auch der Zuschauer. Coming-of-Age-Geschichten erzählen ja immer vom Chaos der Gefühle, das einen in der Pubertät erwischt. Aber selten wurden sie so adäquat in ein Chaos der Bilder umgesetzt, in denen man sich auch erst mal orientieren muss wie in dem neuen Lebensabschnitt.

Ein unverfilmbares Buch adäquat verfilmt

Was für ein Einstand! Ilker Çatak hat für seine Kurzfilme schon mehrere Max-Ophüls-Preise und den Studenten-Oscar 2015 gewonnen. Mit seinem Spielfilmdebüt wagt er sich nun gleich an einen Kultroman, von dem nicht wenige behaupten, er sei unverfilmbar. Aber genau das hat den Debütanten gereizt. Romanautor Nils Mohl hat selbst mit am Drehbuch gesessen, und Çatak hat deren wilden Plot in einen hypnotischen, galoppierenden Bilderrausch übersetzt.

Der Film springt vor und zurück wie der jugendliche (Anti-) Held in seinem Denken. "Indianerland" ist ein Abenteuerspielplatz, bei dem sich Çatak in allem austobt: Ästhetik, Tempo, Musik. "Nur so", postuliert er selbstbewusst, "funktioniert für mich Kino: Raus aus der Sicherheit! Wir müssen uns trauen!"

Bild Nr. 1:
Durchgeklatscht: Mauser (Leonard Schleicher) und Kondor (Joel Basman) Camino Filmverleih

Schon der Titel prophezeit ja einen wilden Stilmix zwischen Märchen un...

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