Wie die Roma Europas Establishment herausfordert

Ljubo Herceg
Die Monchi-Formel: Clever einkaufen, groß rausbringen

Der AS Rom hat klammheimlich mal kurz 100 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben. Und kaum einer hat es mitbekommen. Dabei setzt Romas Sportdirektor Monchi vor allem auf junge, hungrige und entwicklungsfähige Spieler.

Der neue starke Mann der Giallorossi ist immer bestens vorbereitet. Er verfügt über ein großes, weltweites Netzwerk von Scouts sowie eine Datenbank, die auf Knopfdruck die wichtigsten Eckdaten sofort herausspuckt. Und: Monchi ist meist früher an den Talenten dran als die Top-Klubs, die nur so mit ihren Geldscheinen wedeln.

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Über 250 Spieler stehen in einer farblich markierten Excell-Tabelle, erklärt Monchi: "Wenn der Coach sagt, er wolle einen Linksverteidiger, der 11 Kilometer im Schnitt rennt, 800 Meter im Vollsprint leisten kann und beidfüßig ist, gebe ich das ein – und habe dann zehn Spieler zur Auswahl."

Monchi führte Sevilla aus der 2. Liga auf Europas Thron

Diesen Weg perfektionierte der Spanier auf dem Transfermarkt zu seiner äußerst erfolgreichen Zeit als Sportlicher Leiter beim FC Sevilla. Mit den Andalusiern gewann er zweimal den spanischen Pokal und fünf Mal die Europa League.


Bemerkenswert dabei: 2000 übernahm Monchi nach dem Abstieg aus der spanischen ersten Liga die Verantwortung, führte das finanziell und sportlich angeschlagene Sevilla postwendend nach oben.

Positive Transferbilanz und großer Entdecker

Entdeckt und gefördert hat der 49-Jährige Größen wie Jose Antonio Reyes, Sergio Ramos, Dani Alves, Seydou Keita, Fredi Kanoute, Luis Fabiano und Ivan Rakitic. Und viele mehr... Sevilla kaufte relativ günstig ein und verkaufte seine Top-Spieler dann für gutes Geld.

Monchi hinterlässt eine positive Transferbilanz von 146,3 Millionen Euro in Andalusien: Seit er sein Amt antrat, gab der Verein knapp 373 Millionen Euro für Neuzugänge aus und nahm knapp 519 Millionen ein. Noch wichtiger: Trotz Verkäufen blieb Sevilla stets erfolgreich.

Kluivert, Coric und Co. sind die Zukunft

In Rom nun auch?! Dafür stehen exemplarisch die Transfers von Justin Kluivert (19 Jahre alt/Ajax/17,25 Millionen Euro Ablöse), Ante Coric (21/Dinamo Zagreb/6 Millionen), William Bianda (18/RC Lens/6 Millionen) und Nicolo Zaniolo (18/Inter/4,5 Mio Millionen).

Dabei schreckt Monchi auch nicht vor unangenehmen Entscheidungen zurück, denn der Spanier hat immer das große Ganze im Blick – mit weiser Voraussicht. So verkaufte er Publikumsliebling Radja Nainggolan für 38 Millionen Euro an Inter, obwohl der Belgier nie weg wollte. Ein stolzer Verkaufspreis für einen 30-Jährigen.

Für die Zukunft von Rom stehen aber auch Patrik Schick und Bryan Cristante. Der Erste wurde vergangenes Jahr erst ausgeliehen und nun fest von Sampdoria verpflichtet, obwohl Landsmann Pavel Nedved den 22-jährigen Tschechen unbedingt zu Juve lotsen wollte.

Cristante und Schick werden viel Geld bringen

Schicks Einkaufspreis von neun Millionen Euro wird sich in Kürze verdreifachen, wenn nicht sogar noch mehr.

Italiens Neu-Nationalspieler Cristante sorgte vergangene Saison mit Atalanta Bergamo für Aufsehen und wird nun in der italienischen Hauptstadt den nächsten Schritt machen.

Bewährt sich auch der 23 Jahre alte Spielmacher, wird Monchi nicht lange zögern und nach der Leihe die Kaufoption ziehen. Und dann wieder teuer verkaufen.

In Rom weht seit 2017 ein anderer, frischerer Wind. Monchi sei Dank. 

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