Rom legt seine berühmten Wasserspender teils still

Ein Trinkwasserbrunnen in Rom. Foto: Alvise Armellini

Eine Hitzewelle und ungewöhnlich trockenes Wetter plagen derzeit in Italien Mensch und Tier. Dennoch will Rom einen Teil seiner mehr als 2000 berühmten, öffentlichen Trinkwasserfontänen - bekannt als «Nasoni» (Große Nasen) - vorübergehend trockenlegen: Die Stadt kämpft mit Wasserknappheit.

30 «Nasoni» pro Tag könnten von kommender Woche an nicht mehr angezapft werden, sorgte sich die Presse. Tierschützer und Menschenrechtler schlagen Alarm: Obdachlose und Tiere seien auf die etwa einen Meter hohen, kostenlosen Wasserspender in Straßen und auf Plätzen angewiesen, sagen sie.

Hinter der umstrittenen Maßnahme steht das Wasserunternehmen Acea. In einem Brief an Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi schreibt der Versorger, er habe sich wegen der außergewöhnlichen Trockenheit zu diesem Schritt entschieden. Die Hauptstadt werde wahrscheinlich noch viele Monate unter dieser Wetterlage leiden.

Raggi selbst hatte die Römer vergangene Woche ermahnt, mit dem kostbaren Nass sparsam umzugehen: Sie verbot den Haushalten, mit dem Trinkwasser Gärten zu bewässern, Pools zu füllen oder Autos zu waschen. Auf einem anderen Blatt scheint allerdings zu stehen, ob genau überprüft wird, wer sich an ihre Order tatsächlich hält.

Acea räumt ein, dass es sich «perfekt der Unannehmlichkeiten» bewusst sei, die die Entscheidung mit sich bringe. Der Wasserversorger versprach zugleich, sein Bemühen zu verstärken, Lecks in den Wasserleitungen auszubessern. Und er bot eigenen Worten zufolge der Bürgermeisterin an, einige Fontänen auszuwählen, die dann weiterhin Wasser spenden dürfen.

Webseite Verbraucherschutzorganisation Codacons, auf italienisch