"Eines der schlimmsten Dinge, die ich je gesehen habe"

"Eines der schlimmsten Dinge, die ich je gesehen habe"
"Eines der schlimmsten Dinge, die ich je gesehen habe"

Rollstuhl-Drama um Alexander Zverev!

Der deutsche Tennis-Superstar hat im Halbfinale der French Open gegen Rafael Nadal einen Verletzungs-Schock erlebt und musste aufgeben.

Im 2. Satz des Krachers gegen den Sandplatz-König zog sich der Olympiasieger offensichtlich eine schwerere Verletzung am rechten Knöchel zu - eine Diagnose konnte Zverev später auch in einem Instagram-Video um 1 Uhr nachts noch nicht verkünden - und schrie laut hörbar vor Schmerzen auf.

Die Jagd nach dem ersten Grand-Slam-Sieg seiner Karriere fand damit ein dramatisches Ende. Der Weltranglistendritte hatte dem spanischen Grand-Slam-Rekordchampion an dessen 36. Geburtstag einen grandiosen Fight geliefert, bis er weinend aufgeben musste.

„Sascha weint nie. Nie!“, sagte Zverevs schockierter Bruder Mischa bei Eurosport.

Zverev schreit und wird mit Rollstuhl weggefahren

Der 25-Jährige war bei einem Sprint nach rechts heftig mit dem rechten Knöchel umgeknickt und blieb minutenlang liegen.

Deutlich waren auf dem Court Philippe-Chatrier seine Rufe zu hören. Zverev musste später mit einem Rollstuhl in den Kabinentrakt gefahren werden.

Zu diesem Zeitpunkt stand es 6:7, 8:10) und 6:6 aus Sicht des Deutschen. 3:13 Stunden waren bis dahin gespielt.

Nach rund zehn Minuten herrschte dann bittere Gewissheit - Zverev konnte nicht weiterspielen.

Bruder Mischa zeigte sich nach dem ersten Schock zuversichtlich, dass sich die Nummer drei der Welt keinen Bruch zugezogen hat: „Wir hoffen auf das Beste, müssen aber natürlich abwarten und schauen, wie die Diagnose ist.“

Nadal geschockt: „Ihn weinen zu sehen ...“

Das Zverev-Drama hatte bei allen, die es miterlebt hatten, Spuren hinterlassen. „Ich war gerade bei ihm in dem kleinen Raum. Ihn weinen zu sehen, ist wirklich ein schwerer Moment. Ich hoffe, es ist nichts gebrochen“, zeigte sich Nadal geschockt.

Mats Wilander, selbst dreimal Sieger der French Open, nannte die Szene gar eines „der schlimmsten Dinge, die ich je gesehen habe.“ Der Schwede war als TV-Experte selbst vor Ort und konnte sehen, wie schnell Zverevs Knöchel anschwoll. Es sei „herzzerreißend“ gewesen.

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Bitterer Abgang, aber Sprechchöre für Zverev

Auf Krücken kam der Deutsche noch einmal aus der Kabine, gab dem Schiedsrichter die Hand und wurde von Nadal tröstend in den Arm genommen.

Das Publikum feierte ihn mit „Zverev, Zverev“-Sprechchören - die deutsche Nummer 1 hob zum Abschied noch einmal die Krücke und humpelte niedergeschlagen in die Katakomben.

Bayern-Star Müller leidet mit

„Das ist wirklich sehr hart, er hat unglaublich gespielt. Ich weiß, wie sehr er um einen Grand-Slam-Sieg kämpft. Er hat ein unglaubliches Turnier gespielt“, erklärte Nadal gleich in seiner ersten Aussage nach dem Match: „Er wird mehr als nur ein Grand Slam gewinnen.“

Auch andere Sport-Stars litten mit. „Komm schnell wieder auf die Beine“, twitterte Weltmeister Thomas Müller vom FC Bayern: „Nur das Beste für dich!“

Auch der Spanier David De Gea war in Gedanken bei Zverev und schickte ihm via Twitter das Symbol betender Hände.

Epischer Fight Zverev vs. Nadal

Zverev, der auch im vergangenen Jahr das Halbfinale in Paris erreicht hatte, wartet damit weiter auf den zweiten Finaleinzug seiner Karriere bei einem Majorturnier. Dies gelang ihm bislang einzig bei den US Open 2020, bei denen er den Titel knapp verpasste.

Der Deutsche konnte im Duell mit Nadal zunächst an die famose Vorstellung aus dem Viertelfinale gegen Shootingstar Carlos Alcaraz anschließen, beide Topstars lieferten einen epischen Fight.

Zverev dominierte mit großer Power von der Grundlinie, nahm Nadal sofort den Aufschlag ab und zog auf 4:2 davon.

Dann verlor er plötzlich seine Sicherheit und Überzeugung und Nadal zog vorbei. Beim 4:5 wehrte Zverev nervenstark drei Satzbälle ab und verdiente sich im Tiebreak vier Chancen auf den Gewinn des Durchgangs.

Dennoch schnappte sich sein alles andere als fehlerfrei aufspielender Kontrahent nach 92 Minuten die Satzführung, womit die Aufgabe noch schwieriger wurde.

Auch im zweiten Satz wechselten sich bei beiden Profis Weltklasse-Aktionen mit überraschenden Fehlern ab. Sinnbildlich war eine sensationelle Rallye über 44 Schläge, die Zverev schließlich unnötig verlor.

Er schaffte dann ein Break zum 5:4, leistete sich aber drei Doppelfehler und holte somit zurück. Der Satz ging in die finale Phase, als Zverev bei der Jagd nach einem Ball das Gleichgewicht verlor - und sein Traum auf bitterste Art und Weise platzte.

Nadal gegen Ruud im Finale

Rekordsieger Nadal peilt dagegen in Roland Garros seinen 14. Titel an und ist zweitältester Finalist bei dem Sandplatz-Klassiker, nur der US-Amerikaner Bill Tilden war 1930 mit 37 Jahren noch älter.

Nadal trifft im Endspiel am Sonntag (15.00 Uhr im LIVETICKER) als Favorit auf den Norweger Casper Ruud.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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