Rolls-Royce Power Systems rechnet mit herausforderndem Jahr

Mitarbeiter von Rolls-Royce Power Systems montieren im Werk 1 ein MTU-Bahn-Power-Pack.

Rolls-Royce Power Systems stellt sich auf schwierigere Zeiten ein. Auch mögliche Auswirkungen durch das Coronavirus gehören zu den Herausforderungen. Die Produktion will die Sparte flexibel anpassen.

Friedrichshafen (dpa) - Der Hersteller von Großmotoren und Antriebssystemen Rolls-Royce Power Systems rechnet 2020 mit einem herausfordernden Geschäftsjahr.

Neben einem ohnehin schwierigen Marktumfeld machten mögliche Auswirkungen des neuartigen Corona-Virus die Situation nicht leichter, sagte der Vorstandsvorsitzende Andreas Schell am Montag am Unternehmenssitz in Friedrichshafen am Bodensee. Lieferketten seien bislang nicht unterbrochen. Allerdings sei aus China eine Lücke im Auftragseingang zu bemerken. «Momentan fehlen sechs Wochen.»

Den globalen Fortgang der Entwicklung um das Virus könne man derzeit nicht absehen, sagte der Vorstandschef weiter. «Dafür ist es noch zu früh.» Um einer möglichen Delle für 2020 entgegenzuwirken, werde unter anderem die Produktionskapazität flexibel angepasst. In einigen Baureihen sei beispielsweise eine Vier-Tage-Woche für die Dauer von sechs Wochen eingeführt worden, zudem ruhe der Betrieb vor Ostern und Pfingsten jeweils eine Woche lang. Insgesamt scheine für die zweite Jahreshälfte aber eine wirtschaftliche Erholung möglich, sagte Schell. «Wir gehen davon aus, dass der Markt wieder anziehen wird.»

Im vergangenen Jahr konnte die Sparte des britischen Triebwerksbauers Rolls-Royce zulegen: Der bereinigte Umsatz stieg um vier Prozent auf umgerechnet rund vier Milliarden Euro, der bereinigte Betriebsgewinn um 15 Prozent auf 407 Millionen Euro.