Roku glaubt, dass man eine Lösung für das Hardware-Problem gefunden hat

Eine Frau und viele Fragezeichen. Sie ist unsicher wegen einer Entscheidung.
Eine Frau und viele Fragezeichen. Sie ist unsicher wegen einer Entscheidung.

Roku (WKN: A2DW4X) hat ein Hardware-Problem. Wenn wir in die Quartalszahlen des Streaming-Gatekeepers schauen, ist das Segment eines von derzeit mehreren Sorgenkindern. Im sogenannten Player-Segment ist auch im dritten Quartal der Umsatz rückläufig gewesen. Rund 7 % weniger als im Vorjahreszeitraum hat es gegeben, was natürlich das Wachstum bremst.

Zwar ist das Player- oder zukünftig vermutlich allgemeine Hardware-Segment für die Roku-Aktie nicht so kriegsentscheidend. Mit einem Umsatzanteil in Höhe von ca. 12 % und einer sinkenden relativen Quote erkennen wir sehr deutlich, dass das Plattform-Geschäft das Salz in der Suppe ist.

Trotzdem wagt das Management des Streaming-Akteurs einen neuen Vorstoß: Fernseher. Damit scheint man die Hardware-Probleme ein für alle Mal in den Griff bekommen zu wollen.

Roku: Fernseher in Kürze auf dem Markt

Auf der CES in Las Vegas hat das Management von Roku diesen strategischen Wechsel im Hardware-Segment bekannt gegeben. Zukünftig werde man Fernseher verkaufen, die vom Entwicklerteam des Unternehmens selbst designet und gebaut werden. Das ist eine bedeutende Veränderung, wobei das Management nicht von der Ausrüstung von Third-Party-Anbietern wie Philips, Hisense oder TCL abrücken möchte. Es soll sich um ein zusätzliches Angebot für die Kunden halten.

Zukünftig möchte Roku jedoch einen größeren Anteil der TV-Produktion und vermutlich auch der Integration der eigenen Plattform in die Hardware selbst kontrollieren. Insgesamt werde es elf verschiedene Modelle geben, die preislich in einer Range zwischen 119 und 999 US-Dollar schwanken. Damit dürften die TVs grundsätzlich in vielerlei Hinsicht konkurrenzfähig sein.

Wie es weiter vonseiten des Streaming-Gatekeepers heißt, verfolge man auch mit diesem Schritt die Mission, das TV- und Streaming-Erlebnis konsequent zu verbessern. Wir als Investoren müssen uns nur fragen: Ist das der richtige Schritt?

TVs als Lösung … aber für welches Problem?

Ehrlich gesagt bin ich hin und her gerissen, was diesen strategischen Schwenk bei Roku angeht. Einerseits sehe ich, dass das Management ein Problem lösen möchte. Im Hardware-Segment gibt es die besagten Probleme. Wobei das zu einem großen Anteil für mich daran liegt, dass die meisten Fernseher heute in Serie mit der passenden Streaming-Technologie ausgestattet sind. Die Hardware zum Ermöglichen des Einstiegs verliert damit an Relevanz. Für mich wäre die logische Quintessenz gewesen, dass sich das Management vermehrt aus diesem Markt zurückzieht.

Die eigentliche Erfolgsgeschichte ist sowieso das Plattformsegment. Hier spielt sich der Großteil des Umsatzes mit 88 % ab, vermutlich zukünftig auch mit höheren Margen. Trotzdem möchte das Management weiterhin auf Hardware setzen und sie verkaufen. Hardware bleibt damit erhalten, vermutlich auch auf Dauer.

Es kann für Roku sinnvoll sein, sich als Gatekeeper in gewisser Weise auf das Gate (den Fernseher) zu konzentrieren. Als unternehmensorientierter Investor möchte ich trotzdem sehen, dass sich das Management auf die Plattform, das Margenprofil und Zukunftsmärkte wie Advertising konzentriert, nicht auf das Entwickeln von Hardware.

Für den Moment fällt es mir daher schwer, ein Fazit zu ziehen. Roku geht gefühlt einen Schritt zurück in das Hardware-Segment. Aber es könnte trotzdem die Probleme in diesem Bereich und vielleicht auch beim Wachstum lösen. Und idealerweise einen positiven Effekt haben, was das Nutzererlebnis in einem Ökosystem angeht.

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Vincent besitzt Aktien von Roku. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Roku.

Motley Fool Deutschland 2023