Roku: 200 Stellen zwecks Kosteneinsparungen gekürzt

Streaming-TV Fernbedienung
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Nicht nur die Aktie von Roku (WKN: A2DW4X), sondern auch das Unternehmen dahinter hat derzeit so seine operativen Wehwehchen. Das Management prognostiziert für das vierte Quartal einen Umsatzrückgang. Tritt das ein, so gibt es zumindest einen temporären Knick in der Growth-Story.

Neben den altbekannten Problemen im Hardware-Geschäft existieren rückläufige Werbebudgets. Das zeigt einmal mehr, dass sich hinter Roku mehr versteckt als bloß eine Streaming-Plattform. Inzwischen mausert sich der Name auch zu einem starken Akteur im Bereich digitaler Werbung.

Trotzdem müssen diese Schwierigkeiten ausgemerzt werden. Dafür hat sich das Management der Streaming-Plattform zu einem drastischen Schritt entschieden: Die Kosten müssen runter. Erste Anlaufstelle dieser Maßnahme ist das Senken der Personalkosten.

Roku: 200 Mitarbeiter sollen gehen

Wie unter anderem das US-Portal TechCrunch berichtet, plant Roku einen Stellenabbau. Demnach sollen 200 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, wobei man explizit auf den Gegenwind verweist, der sich im Markt derzeit ergibt.

Das wiederum soll im vierten Quartal zu einem einmaligen Aufwand führen. Zwischen 28 und 32 Mio. US-Dollar als negativen Einmaleffekt plant das Management für diesen Zeitraum ein, der zusätzlich auf die Ergebnisse drücken soll. Allerdings könne ein kleinerer Anteil dieses Effektes noch das erste Vierteljahr des kommenden Börsenjahres betreffen.

Das Management spricht außerdem davon, dass sich Roku jetzt auf sein Kerngeschäft konzentrieren müsse. Ausgaben müssten entsprechend priorisiert werden. Auch das zeigt, dass es bei dem Streaming-Akteur im Moment einen kleineren Knick in der Growth-Story gibt.

Die Belastungen tun weh

Die Roku-Aktie macht, was in solchen Fällen üblich ist: Sie reagiert. Allerdings nicht in einem positiven Sinne, sondern nach der Bekanntgabe dieses Updates gibt es ebenfalls einen kleineren Knick im Chart. Auch die Kostenreduktionen und der Einblick, dass es eben zu einer schwierigen Zeit kommen könne, dürfte daran beteiligt sein.

Primär dürfte die Roku-Aktie jedoch darunter leiden, dass das Management eben von einem negativen, einmaligen Effekt bei den Ergebnissen ausgeht. Das ist kein Gamechanger für die Investitionsthese, zumal sich das gesamte Unternehmen damit schlanker aufstellt. Trotzdem ist es erneut ein Indikator dafür, dass es im Moment so manchen Krisenherd gibt.

Positiv bleibt trotzdem mein Fazit: Roku ist eine Stärke im Bereich des Streamings, ein Gatekeeper, der seine operative Basis um digitale Werbung interessant erweitert hat. Wenn es wieder zu einem konjunkturellen Aufschwung kommt, sollte der Streaming-Akteur davon profitieren. Zumal die Nutzerbasis und die Streaming-Stunden zuletzt weiterwuchsen.

Der Artikel Roku: 200 Stellen zwecks Kosteneinsparungen gekürzt ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Vincent besitzt Aktien von Roku. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Roku.

Motley Fool Deutschland 2022