Rohstofferkundung in Europa soll mit neuen Technologien vorangetrieben werden

Abbaumaschine für den Bergbau

Die Erkundung von Rohstoffen in Deutschland und Europa soll mit neuen Technologien wie speziellen Drohnen vorangetrieben werden. In drei Referenzgebieten, neben Orten in Finnland und Spanien auch die Kleinstadt Geyer im Erzgebirge in Sachsen, sollen neuartige, schonende Technologien beim Aufspüren etwa von Erzlagerstätten erprobt werden, wie das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) am Freitag mitteilte.

Dafür investiert die EU in den kommenden drei Jahren rund 5,6 Millionen Euro in das neue Forschungsprojekt Infact, in dem sich Partner aus sieben Ländern zusammenschlossen. Koordiniert wird das Vorhaben durch das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF).

Die künftigen Erzlagerstätten befinden sich in abgelegenen Regionen und tief unter der Erdoberfläche, so dass die Herausforderungen an die Technologien steigen. Der Erfolg neuer Erkundungsprojekte hängt den Experten zufolge aber auch immer mehr davon ab, ob es gelingt, möglichst viele Interessengruppen aus der Zivilgesellschaft einzubinden. Deshalb sollten das öffentliche Bewusstsein und die gesellschaftliche Akzeptanz für moderne Erkundungen erhöht und die Bevölkerung vor Ort stärker eingebunden werden.

Die neuen Technologien zur Erkundung der Lagerstätten sind demnach weniger invasiv als klassische Verfahren und verringern die Eingriffe in den Boden. So wollen die Forscher die Erkundung aus der Luft weiter vorantreiben. Sie arbeiten zum Beispiel an Multisensordrohnen, die unterschiedliche Messsensoren miteinander kombinieren.

Eingesetzt werden auch sogenannte supraleitende Sensoren, die als die empfindlichsten magnetischen Detektoren im Bereich der Geowissenschaften gelten. Damit sollen auch tiefere oder kleinere Rohstofflagerstätten ausfindig gemacht werden.

Der zu den Referenzgebieten gehörende Ort Geyer, etwa 110 Kilometer südlich von Leipzig gelegen, hat bereits eine lange Bergbautradition. Bekannt sind dort Vorkommen an Zinn, Zink, Wolfram, Molybdän, Kupfer, Eisen, Silber und Indium. Im nordfinnischen Sakatti gibt es eine Kupfer-Nickel-Platin-Lagerstätte - und im spanischen Gerene sowie in der Provinz Huelva haben die Forscher Kupferabbaugebiete im Visier.