Rodlerinnen dominieren am Königssee

Natalie Geisenberger wurde in Lillehammer Zweite

Die deutschen Rennrodlerinnen sind mit einem Dreifachsieg auf eigenem Eis glänzend in das Olympia-Jahr gestartet.

Sotschi-Siegerin Natalie Geisenberger gewann den Weltcup am Königssee vor den Teamkolleginnen Dajana Eitberger und Jessica Tiebel. Besonders die Leistung der drittplatzierten Juniorenweltmeisterin sorgte für Aufsehen, Tiebel bestritt am Samstag ihr Weltcup-Debüt.

"Das war eine Demonstration unserer Frauen, so muss man das runterbringen", sagte Bundestrainer Norbert Loch in der ARD: "Was Jessica bei ihrem Debüt zeigt, ist auch beeindruckend."

Die 19-Jährige hatte sich am Freitag über den Nationencup für das Rennen qualifiziert. Diese Möglichkeit bestand, weil Weltmeisterin Tatjana Hüfner ihre Teilnahme absagen musste. Die 34-Jährige leidet an einer Nervenentzündung im rechten Bein, soll aber schon am nächsten Wochenende in Oberhof wieder starten.

In Abwesenheit der Dauerrivalin baute Geisenberger ihre deutliche Führung im Gesamtweltcup weiter aus, die 29-Jährige unterstreicht bislang ihre Favoritenrolle auf Gold bei den Winterspielen in Südkorea (9. bis 25. Februar) an jedem Rennwochenende.

"Die Trainingswoche war eigentlich sehr schwierig, das es heute dann wieder so aufgeht, hätte ich nicht gedacht. Das ist einfach nur geil", sagte Geisenberger.

In Pyeongchang wird nach jetzigem Stand Tatjana Iwanowa nicht dabei sein. Die 26-Jährige ist die einzige Aktive des russischen Rodelteams, die im Zuge des Staatsdopingskandals lebenslang für Olympia gesperrt wurde.

Der zurückgetretene Albert Demtschenko ist mittlerweile als Trainer tätig, darf aber ebenfalls nicht zu den Winterspielen reisen. Beide fechten die Entscheidungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS an.

Im Weltcup darf Iwanowa aber weiterhin starten, sie wurde am Samstag Neunte.

Der Rodel-Weltverband FIL folgte der IOC-Sperre nicht, die Beweislage sei nicht ausreichend. Dies bekräftigte FIL-Präsident Josef Fendt am Samstag erneut.

"Wir haben eine Disziplinar-Kommission mit drei erfahrenen Volljuristen eingesetzt. Die haben eine dreistündige Anhörung mit den betroffenen Athleten durchgeführt und alle Unterlagen geprüft, die es vom IOC gab", sagte Fendt der ARD: "Sie kamen einstimmig zu der Auffassung, dass die Beweise nicht für eine Sperre ausreichen."