Was Rodgers nach dem Packers-Debakel Mut macht

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Was Rodgers nach dem Packers-Debakel Mut macht
Was Rodgers nach dem Packers-Debakel Mut macht

„Eine Demütigung. Sie haben uns absolut blamiert.“

Dass Head Coach Matt LaFleur bereits nach dem ersten NFL-Spieltag solche Worte in den Mund nehmen würde, hätten die Fans der Green Bay Packers wohl nicht gedacht. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NFL)

Noch vor wenigen Tagen wirkte bei der Franchise aus Wisconsin alles wie eitel Sonnenschein – und das nach einem äußerst schwierigen Sommer.

NFL-MVP und Quarterback-Superstar Aaron Rodgers hatte monatelang öffentlich mit einem Abgang von seiner langjährigen Franchise geliebäugelt. Nach dem Draft von Nachfolger Jordan Love im vergangenen Jahr hatte es zwischen dem 37-Jährigen und der Führung des Teams, vornehmlich General Manager Brian Gutekunst, mehr als nur geknirscht.

Abschied von Packers stand im Raum

Lange Zeit war nicht klar, ob A-Rod überhaupt den Weg zurück nach Green Bay antreten würde. Auch ein Rücktritt des Signal Callers stand im Raum. Kürzlich erklärte er, die Chancen dafür „standen bei 50:50“.

Dementsprechend gab es auch in anderen Mannschaftsteilen große Unruhe. Wide Receiver Davante Adams kokettierte beispielsweise ebenfalls mit einem Abschied.

Dann allerdings durften die Packers-Fans aufatmen. Rodgers und die Franchise einigten sich auf eine weitere Saison. Und dem Spielmacher wurde endlich das gewährt, was er schon lange fordert: Mitspracherecht bei Personalentscheidungen. So verwunderte es nicht, dass Passempfänger Randall Cobb, ein enger Vertrauter von Rodgers, zurück ins Lambeau Field geholt wurde.

Rodgers spuckte große Töne

Und auch verbal fuhr der Quarterback groß auf. „Ich gehe nicht auf Abschiedstournee“, erklärte er kürzlich im Gespräch mit ESPN und legte nach: „Entweder wir gewinnen den Super Bowl, oder wir sind enttäuscht.“

Diese selbstbewussten Aussagen wirken im Angesicht des ersten NFL-Spieltages realitätsfern. Denn was die Packers, und speziell Rodgers, im Season Opener gegen die New Orleans Saints ablieferten, war alles andere als Super-Bowl-würdig. (DATEN: Alle Tabellen der NFL)

Rodgers erlebte bei der 3:38-Pleite eine der schlimmsten Niederlagen seiner Karriere. Nur 15 von 28 Pässen für 133 Yards brachte er an den Mann. Ein Touchdown gelang nicht, dafür unterliefen ihm in drei Würfen zwei Interceptions. Zum Vergleich: Während der gesamten vergangenen Saison waren es ausschließlich fünf.

Passer Rating unterirdisch

Das Ausmaß seiner Performance zeigte sein Passer-Rating von 36,8. Noch nie war ein NFL-MVP mit einem mieseren Wert in die nächste Saison gestartet. Kurioser Randaspekt: Wirft ein Quarterback bei einem Spielzug den Ball absichtlich auf den Boden, dann kommt er mit 39,8 auf ein besseres Rating.

Der Tiefpunkt des Spiels folgte 10:46 Minuten vor dem Ende des letzten Viertels. Der Most Valuable Player der besten Football-Liga der Welt musste auf die Bank. Stattdessen schickte Coach LaFleur den designierten Nachfolger Jordan Love auf das Feld.

„Aaron hat nicht so ausgesehen, als ob er sich wohlfühlt. Manchmal sah er so aus, als hätte er Zementstiefel an. Irgendetwas hielt ihn zurück und hat ihn zu Boden gedrückt“, konstatierte Ex-Quarterback Carson Palmer in der YouTube-Show „The Herd with Colin Cowherd“.

Rodgers gibt schlechte Leistung zu

Auch Rodgers selbst wusste, was sich abgespielt hatte. „Wir waren schlecht, ich war schlecht“, gab er nach der Partie unumwunden zu. Augenscheinlich hatte sich die Franchise stärker eingeschätzt, als sie in Wirklichkeit ist. „Wir haben offenbar gedacht, dass wir da rausgehen und übers Feld marschieren, doch das war heute offensichtlich nicht der Fall.“

Doch Aaron Rodgers wäre nicht Aaron Rodgers, wenn er aus der Peinlich-Pleite nicht noch etwas Positives herausziehen würden.

„Das 3:38 ist ein Schuss vor den Bug, der uns dabei hilft, uns wachzurütteln. Hoffentlich bringt uns diese Niederlage auf den richtigen Weg. Wir haben offensiv nicht das gezeigt, was wir uns vorgenommen haben. Aber es war ein Spiel und wir haben noch 16 vor uns.“

Buccaneers als Vorbild?

Das nächste Mal ernst wird es für die Käseköpfe im Monday Night Game des zweiten Spieltages, dann geht es im Spiel gegen die Detroit Lions erstmals gegen einen Division-Rivalen. Hoffnungslos ist die Situation in Green Bay nach dem Auftakt-Desaster natürlich nicht. Zumal mit den Bears, den Vikings und den Lions auch alle anderen Teams der NFC North ihr erstes Spiel verloren haben. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NFL)

Zudem macht ein Fun-Fact Mut. In der vergangenen Saison verloren die Tampa Bay Buccaneers um Superstar Tom Brady ebenfalls mit 3:38 gegen die Saints. Der Rest ist Geschichte.

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