Rocky oder Gülen? Türkische Regierung ermittelt gegen Galatasaray-Fans

Der türkische Ministerpräsident hat Ermittlungen gegen Fans des Clubs Galatasaray Istanbul angekündigt. Regierungsnahen türkischen Medien soll untersucht werden, ob sie mit den Organisatoren des Putsches im vergangenen Jahr in Verbindung stehen.

Kurz vor dem Istanbul-Derby zwischen Galatasaray und Fenerbahce entfalteten die Fans von Galatasaray hinter einem der Tore ein riesiges, gelb-rotes Poster von Sylvester Stallones berühmten Boxer Rocky. Darunter stand der Schriftzug “Steht auf” (Stand up) und “Weil ihr auf die Knie geht, sehen sie groß aus”.

Türkische Staatsmedien verknüpften die sogenannte Choreografie der Fans mit dem muslimischen Geistlichen Fetullah Gülen, der nach Angaben der türkischen Regierung hinter dem gescheiterten Putschversuch steht. Die Zeitung Takvim schrieb, das Poster spiele auf ein Gedicht Gülens an, das mit den Worten endet “Steh auf, Sakarya”. Sakarya ist eine Provinz im Nordwesten Türkei.

Ministerpräsident Binali Yildirim hat nach Regierungsangaben die Behörden angewiesen, das Poster zu untersuchen.

Der Fußballverein Galatasaray nannte die Anschuldigungen einen “lächerlichen Versuch” den Club zu diskreditieren. Das selbe Poster sei auch schon im vergangenen März gezeigt worden.

“Wir werden unsere Rechte gegen jegliche Institution geltend machen [...] die versucht, den Namen von Galatasaray mit dem des Anführers dieser verabscheuungswürdigen terroristischen Orgsanisation gleichzusetzen und die Choreografie als Entschuldigung zu nutzen”, schrieb der Club auf seiner Internetseite.

Das Istanbul-Derby zwischen Galatasaray und Fenerbahce war torlos ausgegangen. Allerdings kam es mehrfach zu Gewaltausbrüchen. Ein Schiedsrichter wurde verletzt.

Seit dem Putschversuch am 15. und 16. Juli 2016 wurden mehr als 50.000 Staatsbedienstete, MIlitärs und andere Angestellte festgenommen, mehr als 150.000 wurden entlassen oder suspendiert.

Breathtaking atmosphere echoed across Istanbul tonight.

Thank you, #Galatasaray fans! pic.twitter.com/o7UvrXuUYh— Galatasaray EN (@Galatasaray) October 22, 2017