Rocket Internet: Alibaba-Deal bringt Millionen – Spannung vor Delivery-Hero-IPO

Nikolas Kessler
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Rocket Internet: Alibaba-Deal bringt Millionen – Spannung vor Delivery-Hero-IPO

Rocket Internet hat am Mittwoch die restlichen Anteile am Onlineshop Lazada an den chinesischen Internetriesen Alibaba verkauft. Trotz eines satten Verkaufserlöses bleibt die Rocket-Aktie allerdings unter Druck – vor dem IPO der Beteiligung Delivery Hero am Freitag steigt bei den Anlegern die Spannung.

Die verbliebenen 8,8 Prozent der Anteile an der südostasiatischen E-Commerce-Plattform Lazada gehen nach Angaben von Rocket Internet für rund 276 Millionen Dollar an Alibaba. Der chinesische Konzern hat bereits im April 2016 die Mehrheit an Lazada übernommen. Damals hatte sich Rocket schon einmal von einem 9,1-prozentigen Anteil getrennt.

Während Lazada bei der heute bekanntgegebenen Transaktion mit 3,15 Milliarden Dollar bewertet wird, war die Bewertung im letzten Jahr mit 1,5 Milliarden Dollar nicht einmal halb so hoch. Entsprechend hatte Rocket damals trotz des größeren Anteils nur 137 Millionen Euro eingenommen.

Dennoch äußerte sich das Berliner Unternehmen zufrieden. Insgesamt sei das eingesetzte Kapital von 18 Millionen Euro mehr als verzwanzigfacht worden. „Lazada war ein großer Erfolg für uns und unterstreicht unsere Fähigkeit, Unternehmen in Wachstumsmärkten erfolgreich aufzubauen“, so Rocket-Chef Olivers Samwer. Seit der Gründung im Jahr 2012 habe sich Lazada zum führenden E-Commerce-Anbieter in der Region entwickelt.

Spannung steigt vor Beteiligungs-IPO

Trotz des erfolgreichen Exits ist die Rocket-Aktie am Mittwoch unter Druck  – wenn auch nicht mehr so stark wie am Vortag. Grund ist die wachsende Spannung vor dem Börsengang der Rocket-Beteiligung Delivery Hero am Freitag. Zwar deutet bislang alles auf eine hohe Nachfrage nach den Papieren hin und auch die Generalprobe in Form des IPOs der Restaurantkette Vapiano ist am Dienstag letztlich doch noch geglückt – trotzdem hält sich das Gros der Anleger bei Rocket zurück.

Blue Apron rudert zurück

Dass der US-amerikanische Kochboxen-Lieferant Blue Apron, der sich derzeit ebenfalls für den Börsengang vorbereitet, den Angebotspreis deutlich senken musste, ist nicht gerade förderlich für das Sentiment. Statt der bisher angepeilten Spanne von 15,00 bis 17,00 Dollar pro Aktie wurde der Preis auf 10,00 bis 11,00 Dollar gesenkt. Im besten Fall winken Blue Apron damit nur noch Einnahmen in Höhe von 330 Millionen Dollar, statt bisher 510 Millionen Dollar.

Ruhe bewahren!

Dennoch sollten Anleger diese Meldung mit Blick auf das Delivery-Hero-IPO nicht überbewerten. Das Geschäftsmodell von Blue Apron entspricht eher dem von Hello Fresh. Zudem deuten der Blick auf die Peergroup im Food-Delivery-Bereich sowie der erfolgreiche Börsengang der niederländischen Takeaway-Group im letzten Jahr auf großes Interesse an der Branche hin.

Anleger, die der Trading-Empfehlung des AKTIONÄR gefolgt sind, bleiben dabei und setzen auf positive Impulse für die Aktie von Rocket Internet durch das Beteiligungs-IPO am Freitag.