Rocket-Beteiligung HelloFresh: Gelungenes Börsendebüt – jetzt muss geliefert werden

Nikolas Kessler
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Rocket-Beteiligung HelloFresh: Gelungenes Börsendebüt – jetzt muss geliefert werden

Der Börsengang der Rocket-Internet-Beteiligung HelloFresh war erfolgreich. Zwar wurde der angepeilte Maximalerlös nicht erreicht, die Aktie ist am Donnerstag jedoch mit einem deutlichen Aufschlag auf den Emissionspreis in ihren ersten Handelstag gestartet. Die Impulse für Großaktionär Rocket Internet halten sich indes in Grenzen.

Bereits am Dienstagabend wurde der Emissionspreis auf 10,25 Euro festgelegt und lag somit in der Mitte der Preisspanne von 9,00 bis 13,50 Euro. Damit hat HelloFresh insgesamt 318 Millionen Euro eingesammelt, die das Unternehmen nun zur Wachstumsfinanzierung nutzen will. Zum Ausgabepreis liegt der Börsenwert des Unternehmens inklusive der Platzierungsreserve nun bei rund 1,7 Milliarden Euro und damit wie erwartet unter der Bewertung von rund zwei Milliarden Euro bei der letzten Finanzierungsrunde im Dezember.

Der Handelsauftakt am heutigen Donnerstag verlief positiv: Der erste Kurs der HelloFresh-Aktie lag mit 10,60 Euro rund 3,4 Prozent über dem Ausgabepreis. Eine erste Bewährungsprobe steht allerdings bereits heute Abend an, wenn der US-Konkurrent Blue Apron seine Bilanz für das dritte Quartal vorlegt. Wegen steigender Kosten, sinkender Kundenzahlen und drohender Konkurrenz durch den Internetriesen Amazon hat sich der Kurs seit dem Börsendebüt im Juni bereits mehr als halbiert.

Mit der Vergleichsweise niedrigen Bewertung und der eher vorsichtigen Preisspanne musste HelloFresh zum Teil auch der gestiegenen Konkurrenz im Geschäft mit der Lieferung von Lebensmitteln Rechnung tragen. Einige Experten wie der VC-Inverstor Sven Schmidt hatten im Vorfeld mit deutlichen Worten vor dem Börsengang gewarnt.

Rocket Internet bleibt dabei

Für Rocket Internet ist es bereits der zweite Börsengang eines Portfolio-Unternehmens innerhalb weniger Monate. Anders als beim Börsengang von Delivery Hero im Juni hat Rocket diesmal zunächst darauf verzichtet, im größeren Stil Kasse zu machen. Die Start-up-Schmiede hat bisher rund 53 Prozent der HelloFresh-Anteile gehalten und die Beteiligung im Rahmen des IPOs auf rund 47,6 Prozent gesenkt.

Womöglich auch deswegen halten sich die Impulse für die Rocket-Aktie am Donnerstag in Grenzen. Nach anfänglichen moderaten Kursgewinnen zählt das Papier mit einem Minus von rund zwei Prozent inzwischen zu den größten Verlierern im SDAX.

Turnaround-Spekulation bei Rocket

Anleger, die auf die längst überfällige Erholung der Rocket-Aktie spekulieren, müssen sich entsprechend weiterhin gedulden. Erst oberhalb der Marke von 22,20 Euro würde sich das Chartbild wieder deutlich aufhellen.

Bei HelloFresh bleibt der AKTIONÄR derweil bei der Empfehlung, zunächst an der Seitenlinie zu bleiben und die weitere Entwicklung nach dem Börsendebüt abzuwarten.